Max Verstappen und sein Renningenieur Gianpiero Lambiase sind ein eingespieltes Team in der Formel 1. Gemeinsam holte der Niederländer alle vier WM-Titel und alle 71 Rennsiege. Der Star-Fahrer und sein "Mann im Ohr" verstehen sich blind und sind unzertrennlich, auch wenn es in Funksprüchen immer wieder bissige Kommentare gab. Sie seien "wie ein altes Ehepaar", hatte der ehemalige Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko einmal erklärt.
Lambiases Expertise und Erfahrung an der Seite des wohl besten Formel-1-Fahrers im Feld wird über Teamgrenzen hinweg geschätzt. Deshalb ist es nur logisch, dass der Brite mit italienischen Wurzeln ein begehrtes Ziel anderer Rennställe ist.
Auch rund um den Jahreswechsel machten Abgangsmeldungen die Runde. Da stellte sich Red Bull nämlich neu auf. Berater Helmut Marko ging vorzeitig in die Pension, auch der Renningenieur wurde mit einem Wechsel in Verbindung gebracht. Vor allem Konkurrent Aston Martin bemühte sich intensiv um den Ingenieur. Das Team von Milliardär Lawrence Stroll hatte zuvor Superhirn Adrian Newey vor dem Hintergrund des Red-Bull-Konflikts rund um Christian Horner von den Bullen losgeeist, Teamchef Andy Cowell gegen Saisonende 2025 aber abgesetzt. Newey übernahm diesen Posten nun.
Dabei stand durchaus im Raum, dass Lambiase die Rolle als Teamchef ausführen könnte, wie der "Sky"-Podcast "Backstage Bosengasse" berichtete. Demnach sei Lambiase sogar die Boss-Rolle angeboten worden. "Jeder ringt um Top-Personal. Da werden auch einmal unmoralische Angebote gemacht. Das ist halt die Formel 1, das ist ganz normal, dass ein Team dann auch wieder ausblutet", analysierte Ex-Pilot Ralf Schumacher. Aston Martin sieht wohl mit dem Beginn der neuen Rechteperiode inklusive umfangreicher Regeländerungen bei Chassis und Motor die Chance zum Großangriff gekommen.
Lambiase lehnte jedoch ab, bleibt weiterhin bei Red Bull und an der Seite Verstappens.