Ein Viertel pfeift auf Hand-Hygiene nach WC-Besuch

Nach dem Toilettengang die Hände waschen – das lernen wir von klein auf. Ein bedeutender Anteil verwendet dabei aber weder Seife noch Desinfektionsmittel, wie eine neue Erhebung zeigt.
Der Salzburger Hygienespezialist Hagleitner hat das Hygieneverhalten von WC-Gästen untersucht. Dabei trat Menschliches zutage: Vier von zehn Toilettenbesucher verlassen das stille Örtchen wieder, ohne sich die Hände mit Seife gewaschen zu haben. Zum Desinfektionsmittel greift nur ein Bruchteil.

Die Daten hat das Unternehmen mit Firmensitz Zell am See in einhundert WC-Anlagen in Österreich (79) und Deutschland (21) erhoben. Mittels Lichtschranken und smarten Spender für Seife und Desinfektionsmittel wurden so deren Nutzen überprüft. Die Erhebung soll dabei völlig anonym abgelaufen sein, personenbezogene Daten seien keine erhoben worden, wie das Unternehmen am Donnerstag in einer Aussendung mitteilt.

Die Ergebnisse im Detail

In den vier Monaten von Jänner bis inklusive April wurden 78.172 Menschen in den zuvor präparierten stillen Örtchen gezählt. Allerdings wurden die Seifenspender in der selben Zeit nur 47.711 Mal betätigt, also nur von maximal 61 Prozent der Besucher.

Noch einmal weitaus geringeren Nutzen (8.665 Mal) fanden die Spender mit Desinfektionsmittel. An ihnen bediente sich nur jeder Neunte. Wie oft die Hände nur mit Wasser gewaschen wurden, wurde nicht separat erhoben.

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Lichtschranken ermitteln Zutrittszahlen, Hygienespender informieren über Abgaben und Füllstände. (Bild: Hagleitner Hygiene International GmbH/Damian Bonholzer)

Beide Spender-Arten standen in den WC-Anlagen jeweils direkt nebeneinander zur Verfügung. Wie die APA aus den Zahlen errechnet hat, haben bestenfalls 28 Prozent der Toiletten-Besucher das stille Örtchen ohne Seife oder Desinfektion zu benutzen wieder verlassen. Allerdings auch nur, wenn niemand beide Spender verwendet hat. In der Realität könnte dieser Anteil also noch weitaus höher ausfallen.

Übertragung von Infektionen

Die Studie wurde anlässlich des Welttag der Händehygiene am Sonntag, 5. Mai, erstellt. Diese ist deshalb so wichtig, da laut Studien rund 80 Prozent aller Infektionen über die Hände übertragen werden. "Das klassische Beispiel sind Erkältungskrankheiten wie Schnupfen oder Grippe. Händewaschen verringert diese Gefahr massiv, da die Keimzahl um mehr als 99 Prozent reduziert werden kann", wird Florian Thalhammer von der klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin der MedUni Wien/AKH zitiert.

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(rcp)

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