Bei hohen Temperaturen suchen viele nach einfachen Wegen, um ihre Wohnung ohne Klimaanlage abzukühlen. Besonders populär ist dabei ein nasses Handtuch am geöffneten Fenster. Die Idee klingt logisch: Das verdunstende Wasser entzieht der Luft Wärme - genau wie Schweiß auf der Haut.
Unter bestimmten Bedingungen kann der Trick einen kleinen Kühleffekt erzeugen. Er funktioniert am besten bei trockener Luft und etwas Luftbewegung. An schwülen Sommertagen sieht das allerdings anders aus: Die Luft enthält bereits viel Feuchtigkeit, wodurch Wasser schlechter verdunstet.
Wie chip.de berichtet, kann der vermeintliche Kühltrick die Belastung sogar erhöhen. Durch das nasse Handtuch steigt die Luftfeuchtigkeit im Raum. Feuchte Luft fühlt sich wärmer an, und der Körper kann sich schlechter durch Schwitzen abkühlen. Meteorologe Jörg Kachelmann warnt laut dem Bericht vor Hitzetipps, die die Luftfeuchtigkeit erhöhen.
Experten raten stattdessen zu bewährten Methoden: Frühmorgens oder spätabends lüften, wenn es kühler ist. Tagsüber die Fenster geschlossen halten, wenn es draußen wärmer ist als drinnen. Rollläden und Außenjalousien sind besonders effektiv, weil sie die Sonneneinstrahlung bereits vor dem Fenster abblocken.
Ventilatoren senken zwar nicht die Raumtemperatur, machen die Hitze aber erträglicher. Sie bewegen die Luft und unterstützen die Verdunstung auf der Haut. Wer den Handtuch-Trick trotzdem ausprobieren möchte, sollte ihn nur kurzzeitig einsetzen und die Luftfeuchtigkeit im Blick behalten.
Dauerhaft feuchte Tücher in warmen Räumen sind keine gute Idee - sie können im schlimmsten Fall sogar Schimmelbildung begünstigen.