Wenn das Smartphone plötzlich nicht mehr lädt, obwohl das Kabel steckt, liegt die Ursache oft nicht am Akku oder am Netzteil – sondern am USB-Anschluss. Staub, Fussel aus der Hosen- und Handtasche oder feine Schmutzpartikel können sich dort über Monate ansammeln und den Kontakt blockieren. Viele Nutzer greifen dann vorschnell zu neuen Kabeln oder denken sogar an einen teuren Reparaturfall. Dabei lässt sich das Problem in vielen Fällen mit einfachen Mitteln zu Hause beheben – wenn man dabei richtig vorgeht.
Der USB-Port gehört zu den offensten Bauteilen eines Smartphones. Er steckt täglich in der Hosentasche, liegt auf Tischen oder wird in Taschen transportiert. Besonders Textilfasern sammeln sich im Inneren und werden durch das Einstecken des Ladekabels immer weiter verdichtet. Irgendwann reicht schon eine dünne Schmutzschicht aus, damit das Kabel keinen sauberen Kontakt mehr bekommt. Typische Anzeichen sind Wackelkontakte, langsames Laden oder das völlige Ausbleiben des Ladevorgangs.
Für die Reinigung sind keine Spezialwerkzeuge nötig. Wichtig ist, auf ungeeignete Hilfsmittel zu verzichten. Metallgegenstände wie Nadeln, Büroklammern oder Messer können die feinen Kontakte beschädigen und im schlimmsten Fall einen Kurzschluss verursachen. Auch Wasser oder aggressive Reinigungsmittel haben im Ladeanschluss nichts verloren. Geeignet sind hingegen ein Holz- oder Kunststoffzahnstocher, eine weiche Zahnbürste oder Druckluft aus der Dose. Vor jeder Reinigung sollte das Smartphone ausgeschaltet und vom Strom getrennt sein.
Zunächst wird das Smartphone mit dem Ladeanschluss nach unten gehalten. So kann sich gelöster Schmutz leichter lösen und fällt nicht tiefer ins Gehäuse. Mit einem Zahnstocher aus Holz oder Kunststoff wird dann vorsichtig im Inneren des Anschlusses gearbeitet. Dabei geht es nicht ums Kratzen, sondern um sanftes Herausheben der verdichteten Fussel. Oft kommt mehr Schmutz zum Vorschein, als man erwartet. Anschließend kann mit Druckluft nachgeholfen werden, um feine Partikel zu entfernen.
Wichtig ist, die Dose nicht direkt in den Anschluss zu drücken, sondern aus etwas Abstand zu arbeiten. Alternativ eignet sich auch ein kurzer, sanfter Luftstoß aus dem Mund – allerdings ohne Feuchtigkeit. Zum Abschluss kann eine weiche, trockene Zahnbürste helfen, den Bereich rund um den Anschluss zu säubern. Danach sollte das Gerät einige Minuten liegen bleiben, bevor es wieder eingeschaltet und an das Ladegerät angeschlossen wird. Wenn das Smartphone nach der Reinigung weiter nicht lädt, sollte man keine Experimente durchführen.
Sichtbare Beschädigungen im Anschluss, verbogene Kontakte oder Anzeichen von Feuchtigkeit sind klare Warnsignale. In solchen Fällen ist der Gang zu einem Fachbetrieb sinnvoll, um größere Schäden zu vermeiden. Damit es gar nicht erst so weit kommt, helfen einfache Maßnahmen. Wer sein Smartphone regelmäßig von Fusseln befreit, es nicht offen in staubige Taschen steckt oder eine kleine Schutzkappe für den USB-Port verwendet, reduziert das Risiko. Auch kabelloses Laden kann helfen, den Verschleiß des Anschlusses zu minimieren.