Ablenkung am Steuer zählt mittlerweile zu den häufigsten Unfallursachen auf Österreichs Straßen. Wer bei 50 km/h nur drei Sekunden auf das Smartphone blickt, fährt über 40 Meter im Blindflug. Gleichzeitig stören überlaute, manipulierte Fahrzeuge die Nachtruhe der Anrainer.
Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll lud gemeinsam mit weiteren Landesräten und Verkehrsexperten zu einer Vorführung der neuen Überwachungssysteme am Salzburgring. Im Fokus standen Handyblitzer, die verbotene Smartphone-Nutzung erkennen, sowie Lärmblitzer, die zu laute Fahrzeuge ausfindig machen.
Wie die Salzburger Landeskorrespondenz berichtet, ist die Präsentation Teil einer umfassenden Strategie zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Das Ziel lautet "Vision Zero" – keine Verkehrstoten mehr. Trotz rückläufiger Unfallzahlen starben im vergangenen Jahr noch 24 Menschen auf Salzburgs Straßen.
Vorbild für Österreich ist Rheinland-Pfalz, wo der Handyblitzer MONOcam bereits erfolgreich getestet wurde. Während der Pilotphase wurden an 88 Tagen knapp 1.300 Verstöße festgestellt. Nach Einführung eines klaren Rechtsrahmens ahndet die Polizei monatlich rund 200 Fälle.
Auch am Salzburgring wurde der Betrieb der Geräte von Polizisten aus Rheinland-Pfalz demonstriert. Das System erkennt mithilfe einer hochauflösenden Kamera und intelligenter Software typische Handbewegungen am Steuer und speichert bei Verdacht Fotos. Jede Aufnahme wird anschließend manuell von der Polizei überprüft.
Seit August 2025 werden in Salzburg Lärmblitzer in einem Pilotprojekt getestet. Entwickelt von Joanneum Research aus Graz, kombinieren sie eine Kennzeichenkamera mit mehreren Mikrofonen. Überschreitet ein Fahrzeug einen bestimmten Lärmpegel, wird der Verursacher genau lokalisiert und fotografiert. Bereits mehrere Fahrzeuge konnten so identifiziert und angezeigt werden.
Nach der erfolgreichen Pilotphase in der Landeshauptstadt wird das Projekt nun auf alle Salzburger Bezirke ausgeweitet. Ziel ist es, Lärmbelästigung im Straßenverkehr effektiv einzudämmen.
Um Handy- und Lärmblitzer österreichweit einsetzen zu können, müssen jedoch noch gesetzliche Grundlagen angepasst werden. Die aktuelle Straßenverkehrsordnung erlaubt automatisierte Überwachung bislang nur für Geschwindigkeit, Abstand und Rotlicht.
Die Verkehrsreferenten aus Salzburg, Kärnten und Vorarlberg sowie Vertreter aus dem Nationalrat und der Bundespolizei unterstützen die rasche Modernisierung des rechtlichen Rahmens. Ziel ist es, mit moderner Technik die Sicherheit auf Österreichs Straßen weiter zu erhöhen.