Ein großangelegtes "Forschungsprojekt" in einer 3.062 Quadratmeter großen Lagerhalle in Wien-Liesing entpuppte sich als Cannabis-Fabrik im XXL-Format: Ein als "Psychonaut" bezeichneter 46-Jähriger soll mit zwei Komplizen (56, 42) und rund einem Dutzend serbischer Gärntner mitten in Wien im ganz großen Stil Marihuana produziert haben – fast eine Tonne Drogen wurden sichergestellt.
Dem koordinierten Zugriff am 9. September 2025 war die lang andauernde Operation "Psycho" vorausgegangen. Denn offiziell verfügte die Firma hinter der Lagerhalle über eine Genehmigung für wissenschaftliche Arbeiten mit THC. Geforscht wurde allerdings vor Ort nichts. Stattessen kümmerten sich serbische Schwarzarbeiter rund um die Uhr um möglichst reichhaltige Hanf-Ernte der fast 10.000 (!) Pflanzen, hatten es sich vor Ort mit TV, Kühlschränken, Duschen und Konsolen sogar häuslich eingerichtet.
Die Chefs machten indes die Drogen zu Geld. Beim Kopf der Bande, dem sogenannten "Psychonauten" – einem vorbestraften Restaurantfachmann aus Kärnten – fand 1,1 Millionen Euro Bargeld, 45 gefälschte Ausweise, 32 Handys, 22 noch unbenutzte SIM-Karten und eine Geldzählmaschine. Top-Anwalt Normann Hofstätter vertritt ihn.
Sein 56-jähriger Komplize – intern als "Glatzkopf" bezeichnet – war für die Lagerung und Logistik zuständig. Bei der Festnahme hatte der immerhin 96.000 Euro in einem Papiersackerl dabei. Der Dritte im Bunde – er auf einer Reise nach Kroatien gefasst – hortete Goldbarren, Gold- und Silbermünzen. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Männern unter anderem Suchtgifthandel im Rahmen einer kriminellen Vereinigung vor. Diesen Donnerstag drohen den Männern jeweils saftige Haftstrafen. Die Unschuldsvermutung gilt.