Grüne fordern neues Verkehrskonzept für Hannovermarkt

Stv. Bezirksvorsteherin Barbara Pickl mit Verkehrsexperten Ulrich Leth (TU Wien) am Hannoverplatz (Brigittenau)
Stv. Bezirksvorsteherin Barbara Pickl mit Verkehrsexperten Ulrich Leth (TU Wien) am Hannoverplatz (Brigittenau)Sabine Hertel
Die von der SPÖ angekündigte Wohnstraße und Anrainerparkplätzen für den Hannovermarkt sind den Grünen zu wenig. Sie fordern mehr Maßnahmen.

2019 wurde der Hannovermarkt in der Brigittenau umgestaltet. Eine Lösung für die angespannte Verkehrssituation blieb aber aus. Besonders am Wochenende schiebt sich eine Blechkolonne durch das Wohngebiet, Autos parken in zweiter Spur und es gibt ein Hupkonzert.

Wie berichtet hat Bezirksvorsteher Hannes Derfler (SPÖ) am Mittwoch angekündigt, eine Wohnstraße in der Othmargasse zu errichten und 130 neue Anrainerparkplätze zu schaffen. Auch eine Fahrradgarage soll geprüft werden. Die Maßnahmen gehen den Grünen aber nicht weit genug. Im Auftrag der Grünen Bildungswerkstatt hat die TU Wien Vorschläge erarbeitet, wie die Verkehrssituation zu lösen wäre. Demnach würden weniger Parkplätze für Marktbesucher die Lage deutlich verbessern. TU-Experte Ulrich Leth schlägt vor, die ca. 65 Stellplätze des Markt-Parkplatzes ganz den Anrainer zu widmen oder gar für eine Erweiterung des Marktes zu nutzen. Denn wer Aussicht auf einen Parkplatz und die Gelegenheit zur Zufahrt habe, werde weiter mit dem Pkw um den Markt kreisen. 

Kritik an geplanter Wohnstraße

"Nur jeder vierter Bewohner hat in der Brigittenau ein Auto", weiß Leth. Der Bestand der Autos ist trotz wachsender Bevölkerung in den vergangenen zehn Jahren um 1.300 Fahrzeuge zurückgegangen. "Eigentlich müssten 6,5 Kilometer Längstparkplätze frei stehen, das ist aber nicht der Fall", weiß der Experte. Die eigens für den Markt errichtete Tiefgarage in der Jägerstraße stünde aber halb leer, so die Grünen.

Weitere Vorschläge der TU-Studie: Die Durchfahrt zum Dreiecksplatz unterbinden, die Zufahrt zum Markt soll über die Wallensteinstraße und Hannoverstraße im Zweirichtungsverkehr passieren. Eine Verbesserung der Verkehrssituation würde auch eine Fußgänger- oder Begegnungszonen in Teilen der Othmargasse bringen. 

Kritik gibt es an der geplanten Wohnstraße des Bezirksvorstehers: "Ich halte es ausgeschlossen, dass sich die Leute daran halten", so Leth. Schon jetzt sei Parken in der zweiten Spur verboten und dennoch ist es am Wochenende gängige Praxis. "Nur Schilder aufzustellen hat wenig Wirkung", kritisiert Barbara Pickl, Stellvertretende Bezirksvorsteherin (Grüne). Die Oppositionspartei fordert begleitende Umbauten (Poller, Pflanzen, Platzgestaltung) und Umleitung der Marktbesucher in die Parkgarage.

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