Hansi Kraus, bekannt als Pepe Nietnagel aus zahlreichen "Lümmel"- und "Pauker"-Filmen der 1960er- und 1970er-Jahre, war einer der beliebtesten Schauspieler seiner Generation.
Doch von der Zusammenarbeit mit der TV-Legende Peter Alexander blieb ihm wenig Positives in Erinnerung.
Im "Assenheimers Promitalk" schildert der inzwischen 74-Jährige, wie verschieden Alexander vor und hinter der Kamera gewesen sei. "Den konnte man ein- und ausschalten. Sobald die Kamera gelaufen ist, war das der Herr Alexander."
Kraus äußerte, dass er mit Alexander abseits der Dreharbeiten nicht zurechtkam. "Er war sehr arrogant. Und manchmal habe ich so den Eindruck gehabt, er war eifersüchtig auf mich", so der Schauspieler. Das bemerkte er besonders, da seine Rolle als Pepe Nietnagel im Mittelpunkt stand und nicht der gefeierte Entertainer.
Auf Wunsch von Alexander wurde im Film der Name von Kraus' Figur kurzzeitig von Nietnagel auf Notnagel geändert. Kraus bezeichnete dies bereits 2005 im Gespräch mit tv-kult.com als 'Blödsinn', da er später wieder den alten Namen trug. Offenbar hatte Alexander bei der Produktion Mitspracherecht, möglicherweise auch wegen einer finanziellen Beteiligung.
Nach dem Tod von Peter Alexander im Jahr 2011 spürte Kraus, wie heikel seine Meinung über den Entertainer war.
Als einer der letzten Kollegen Alexanders wurde er zu einem Interview eingeladen, wie er bei Jörg Assenheimer erzählt. Doch nachdem Kraus offen über seine Erfahrungen gesprochen hatte, wurde sein Interview aus Zeitgründen entfernt.
Kraus' künstlerische Heimat ist seit vielen Jahren die Münchner Iberl Bühne, wo er festes Ensemblemitglied ist und durchgehend in bayerischen Stücken auf der Bühne wie "Der verkaufte Großvater" steht. Im TV war er für populäre Formate wie "Die Bergretter" (2025) im Einsatz sowie den Fernsehfilm "Baumgeflüster" (2026).
Peter Alexander gilt als einer der bedeutendsten und kommerziell erfolgreichsten Entertainer des deutschsprachigen Nachkriegskinos, da er wie kaum ein anderer das kollektive Bedürfnis nach heiler Welt, Optimismus und unbeschwerter Ablenkung in den Wirtschaftswunderjahren bediente.
Als sympathischer, stets gut gelaunter Lausbub und charmanter Frauenbursche wurde er zur absoluten Identifikationsfigur einer Generation, die die Trümmerzeit hinter sich lassen wollte, wobei seine Filme stets Musik- und Comedyelemente perfekt miteinander verknüpften.
Besonders nennenswert sind dabei die populäre Komödie "Charleys Tante" (1963), in der er sein schauspielerisches und parodistisches Talent voll entfalten konnte.
Weiters der nostalgische Musikfilm "Im weißen Rößl" (1960) an der Seite von Waltraut Haas sowie die enorm erfolgreichen Großproduktionen "Ich zähle täglich meine Sorgen" (1960) und "Die Abenteuer des Grafen Bobby" (1961), welche die Kinokassen der 1950er und 1960er Jahre stürmten und seinen Kultstatus zementierten.
Anlässlich seines 100. Geburtstags widmet das Museum Mödling (NÖ) im Thonetschlössl dem legendären Entertainer noch bis Jänner die Sonderausstellung "100 Jahre Peter Alexander".