Nach dem Ausbruch einer lebensbedrohlichen Hantavirus-Infektion auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius hat Spanien dem Schiff das Anlaufen eines Hafens auf den Kanarischen Inseln erlaubt. Die rund 150 Passagiere und Crewmitglieder harrten zuletzt vor Kap Verde aus.
Bislang sind drei Passagiere an dem Virus gestorben: ein älteres niederländisches Ehepaar sowie eine Frau aus Deutschland. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht derzeit von sieben Erkrankungsfällen aus.
Wie spiegel.de berichtet, wurde die Entscheidung in Abstimmung mit der WHO gemäß internationalem Recht und humanitären Prinzipien getroffen. Das Schiff war vom Süden Argentiniens aufgebrochen.
Besonders dramatisch ist die Lage für den Arzt der Hondius. Er befindet sich in kritischem Zustand und soll noch in den kommenden Stunden mit einem Lazarettflugzeug auf die Kanarischen Inseln geflogen werden. Drei weitere Passagiere sollen ebenfalls evakuiert werden.
Innerhalb von drei bis vier Tagen soll das Kreuzfahrtschiff auf den Kanaren eintreffen. Dort werden Besatzung und Passagiere untersucht, medizinisch versorgt und in ihre Heimatländer zurückgebracht.
Die WHO vermutet, dass sich das verstorbene niederländische Ehepaar vor der Einschiffung in Argentinien an Land angesteckt hat. Das Hantavirus wird normalerweise durch Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Beim Anden-Typ des Virus sind jedoch auch Infektionen zwischen Menschen bei engem Kontakt möglich.