Rund 150 Passagiere sitzen derzeit auf dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" vor der Küste der Kapverden fest. Der Grund: ein Hantavirus-Ausbruch, der bereits drei Todesopfer gefordert hat.
Das Schiff liegt vor Praia, der Hauptstadt der afrikanischen Inselgruppe. Niemand darf an Land - zum Schutz der Bevölkerung.
Wie Der Spiegel berichtet, gibt es mittlerweile zwei laborbestätigte und fünf mutmaßliche Infektionen. Unter den Toten ist auch ein deutscher Staatsbürger.
Bisher war in Europa keine Ansteckung von Mensch zu Mensch bekannt. Das Virus wird üblicherweise durch den Kontakt mit infizierten Nagetieren übertragen. Doch auf der MV Hondius deutet alles auf eine direkte Übertragung zwischen Menschen hin.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat am Dienstag einen weiteren Fall bestätigt. Ein britischer Patient liegt auf einer Intensivstation in Südafrika, nachdem er von der abgelegenen Atlantikinsel Ascension ausgeflogen wurde.
Die WHO plant nun, zwei schwer erkrankte Passagiere zu evakuieren. Danach soll das Schiff zu den Kanarischen Inseln weiterfahren.
Typische Symptome der Erkrankung waren zunächst Fieber, Bauchschmerzen und Durchfall. Bei schweren Verläufen kam es zu Lungenentzündungen und akutem Atemnotsyndrom.
Die Behörden betonen: Das Risiko für die breite Öffentlichkeit bleibe gering. Experten zufolge sollte sich der Ausbruch eindämmen lassen, da Hantaviren unter Menschen nicht besonders leicht übertragbar sind.