Beim 1:2 in der Nations League gegen Dänemark tat sich in der Schlussphase im Mittelkreis ein etwa 40 Zentimeter tiefes Loch im Rasen des Happel-Stadions aus. Ursache dürfte ein Hohlraum unter dem Rasen gewesen sein. Der entstand offenbar durch die starken Regenfälle in den Tagen vor dem Spiel, die den Grundwasserspiegel anhoben.
Für den ÖFB wurde das Loch zur Peinlichkeit. Gegner Dänemark sprach von einem "Amateur-Stadion", längere Zeit war auch unklar, ob das Nations-League-Duell mit Frankreich am Freitag im Prater stattfinden könnte. Erst durch aufwändige Reparatur-Arbeiten und ein externes Gutachten eines deutschen Sachverständigen wurde das Okay von der UEFA ermöglicht. Weltmeister Frankreich absolvierte inzwischen das erste Training im Allianz-Stadion von Rapid.
Zwei Faktoren, die zu einer Stadion-Diskussion führen: Während das Happel-Stadion hoffnungslos veraltet ist verfügt Rapid und Erzrivale Austria Wien (Generali Arenen) über moderne und relativ große Stadien. Auch der ÖFB überlegte offenbar, ausnahmsweise in einer der beiden Arenen zu spielen. Zumindest wurde wiederholt klargestellt, dass das Frankreich-Match auf jeden Fall in Wien steigen würde – selbst wenn das Happel-Stadion nicht spieltauglich wäre.
Auch Teamchef Ralf Rangnick stellt nun klar, dass er sich Länderspiele in den Stadien von Rapid und der Austria grundsätzlich vorstellen könnte. "Es gibt in Wien ja noch zwei andere, neue, moderne Stadien mit einem Fassungsvermögen von 20.000 oder 30.000 Zuschauern", meinte er auch der Abschluss-Pressekonferenz vor dem Nations-League-Kracher.
Problem: Die Fans beider Mannschaften sehen es nicht gerne, wenn ihre Stadien für "fremde" Veranstaltungen genützt werden. Rangnick aber meint: "Wie man weiß, komme ich aus Deutschland. Die deutsche Nationalmannschaft hat auch kein Stadion, in dem sie immer spielt, sondern sie sucht jeweils den richtigen Standort für den jeweiligen Gegner und präsentiert sich eben auch mal an anderen Orten."
Die können freilich auch Klagenfurt, Innsbruck oder Salzburg sein – oder in Zukunft auch Linz. "Gerade in Qualifikations-Spielen kann es bei uns Sinn machen, auch mal in einem vom Fassungsvermögen eher kleineren Stadion zu spielen, richtig Stimmung zu erzeugen und mit den Zuschauern den 12. Mann zu haben, bevor wir hier im Happel-Stadion nur vor einem Drittel oder Viertel der vollen Auslastung spielen", meint Rangnick weiters.
Am Freitag gegen Frankreich findet das Spiel nun aber auf jeden Fall im Happel-Stadion statt – das bis auf den letzten Platz ausverkauft ist – was auch den Teamchef freut: "In einem ausverkauften Haus gegen den amtierenden Weltmeister ist etwas, was man auch als Nationalspieler Österreichs nicht alle Tage erlebt. Alle Dinge, die rund um das Stadion herum Thema sind, können wir nicht beeinflussen. Wir können nur beeinflussen, was auf dem Platz passiert."