Prinz Harry und sechs weitere bekannte Persönlichkeiten sind mit ihrer Klage gegen den Verlag der Boulevardzeitung "Daily Mail" gescheitert.
Das zuständige Gericht erklärte in einem 436 Seiten langen schriftlichen Urteil, dass die Kläger die schweren Anschuldigungen der unrechtmäßigen Informationsbeschaffung nicht ausreichend belegen konnten.
Harry hatte gemeinsam mit Prominenten wie Elton John und dessen Ehemann David Furnish sowie den Schauspielerinnen Liz Hurley und Sadie Frost gegen den Verlag Associated Newspapers Limited (ANL) geklagt.
Sie warfen Reportern der "Daily Mail" vor, jahrelang auf illegale Methoden zurückgegriffen zu haben, um an exklusive Informationen zu gelangen – darunter das Abhören von Telefonaten und das Einsehen privater Dokumente.
Wie "l'essentiel" berichtet, wies der Verlag die Vorwürfe von Beginn an entschieden zurück. Nach dem Urteil sprach ANL von einem 'überwältigenden Sieg für die Daily Mail und ihre Journalisten sowie für die Pressefreiheit im Allgemeinen'.
Im Prozess, der bereits im Jänner begonnen hatte, wurde es bei den Aussagen emotional. Prinz Harry sagte vor Gericht: 'Sie haben das Leben meiner Frau vollkommen zur Hölle gemacht, Euer Ehren.' Auch Elton John kritisierte die Praktiken des Verlags als 'abscheulich und jenseits jeglicher Standards menschlichen Anstands'.
Die Kläger warfen der Daily Mail unter anderem vor, Telefonate und Mailbox-Nachrichten bespitzelt sowie vertrauliche Dokumente wie Krankenakten über Privatdetektive beschafft zu haben. Für Harry war es bereits der dritte Prozess dieser Art gegen ein britisches Boulevardmedium.
Der Besuch von Prinz Harry in London fiel zeitlich mit der Urteilsverkündung zusammen. Auch familiär bleibt es angespannt: Ein Treffen mit seinem Vater, König Charles III., scheint weiterhin in weiter Ferne.
Der Palast dementierte zuletzt, dass Harry im Buckingham-Palast übernachten werde – das Angebot sei ausgelaufen, wie es offiziell hieß.