Ein Interview von Andreas Huss, stellvertretender Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), sorgte für Aufsehen bei der Ärztekammer NÖ.
Nach wie vor ist der Hausärztemangel in NÖ hoch und die Spitäler sind extrem überlastet - mehr dazu hier und hier. Laut Huss soll eine Lösung dafür im Ausbau von Primärversorgungszentren liegen. Im Interview mit den „Oberösterreichischen Nachrichten“ („OÖN“) wurde er so zitiert: "Das Gesundheitssystem brauche einen kompletten Umbau – weg von den Einzelärzten hin zu Versorgungszentren."
Diese Aussage sorgte für heftige Kritik. Zuerst dachte der Vizepräsident der Ärztekammer NÖ, Max Wudy, dass es sich um einen verfrühten Aprilscherz handle. Doch dem war nicht so. In einem offenen Brief kritisierte er Huss. "Ja es stimmt, ein umfassender Strukturwandel kann unser Gesundheitssystem retten. Aber dieser muss viel mehr sein, als die reflexhafte Forderung nach mehr Zentren und die Abschaffung der frei niedergelassenen Ärzteschaft im Kassensystem. Wir brauchen vielmehr ein Mit- und kein Nebeneinander sämtlicher Einrichtungen", betont Wudy.
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Huss versteht die Kritik der Ärztekammer nicht. Laut ihm wurden seine Aussagen im Artikel überspitzt formuliert. "Natürlich werden Hausärzte weiterhin gebraucht, vor allem in ländlichen Regionen, wo Versorgungszentren keinen Sinn machen", so Huss. Außerdem versuche die ÖGK, Anreize für Kassenverträge für junge Ärzte zu schaffen, etwa in Form von Stipendien.