Bei Olympia im Biathlon-Traditionsort Antholz lieferte Hauser bis zum vierten und letzten Schießen eine starke Leistung ab, lag zwischenzeitlich sogar in Führung und hatte die Chance auf die erste österreichische Olympia-Medaille bei den Frauen.
Drei Fehler beim letzten Stehend-Schießen kosteten das Stockerl. Im Einzel über 15 Kilometer wird jeder Schießfehler mit einer Strafminute geahndet. Hauser hatte schließlich 3:22,1 Minuten Rückstand, wurde 27 und war damit trotzdem noch die beste heimische Läuferin. Anna Gandler klassierte sich knapp dahinter auf Rang 32 (+3:34,5, zwei Schießfehler). Tamara Steiner wurde 44. (+4:45,5, zwei Schießfehler) und Anna Andexer landete auf Rang 62 (+6:01,1, fünf Schießfehler).
"Das tut schon weh, heute wäre es wirklich möglich gewesen. Ich hätte es von der Runde mit dem Tempo gut erwischt, bin nicht zu schnell zum letzten Schießen gekommen. Der erste Schuss ist nicht gekommen und dann hat es mich mental ein bisschen zerfressen. Dann habe ich immer im falschen Moment abgedrückt", analysierte Hauser. "Die Möglichkeit wäre da gewesen, das war mir voll bewusst, ich hätte es drauf gehabt. Es ist eine vergebene Chance, einfach schade", so Hauser.
Die Goldmedaille holte sich die französische Star-Biathletin Julia Simon, die vor dem Saisonstart noch für Negativschlagzeilen gesorgt hatte, wegen Kreditkartenbetrugs verurteilt worden war, weil sie Kreditkarten einer Teamkollegin und eine Physiotherapeutin ohne deren Wissen für Online-Einkäufe verwendet hatte. Sie war daraufhin zu einer dreimonatigen Bewährungsstrafe und einer Geldbuße in der Höhe von 15.000 Euro verurteilt und vom Verband für ein Monat gesperrt worden.
Simon gab die Antwort auf der Loipe, konnte sich einen Schießfehler erlauben, setzte sich in 41:15,6 Minuten durch. Silber ging an Landsfrau Lou Jeanmonnot, die zwei Schießfehler zu Buche stehen hatte (+53,1). Bronze holte sensationell die Bulgarin Lora Hristova mit vier Nullern (+1:04,5).