Vor vier Jahren reiste Lamparter als Gesamtweltcup-Führender zu den Olympischen Winterspielen nach Peking, am Ende gab es die große Ernüchterung, er holte zwei vierte Plätze. Bei den Spielen von Mailand und Cortina reiste Lamparter wieder als Führender des Gesamtweltcups an. Und diesmal holte sich der 24-Jährige die erste Medaille. Lamparter schnappte sich im Einzel von der Normalschanze die Silbermedaille.
"Es bedeutet mir unglaublich viel", strahlte der Star-Kombinierer über Silber. Er musste sich dem Norweger Jens Loraas Oftebro auf den letzten Metern geschlagen geben, hatte nur eine Sekunde Rückstand. "Es waren nicht die leichtesten Verhältnisse für mich. Ich habe sehr daran gezweifelt, ob ich bei diesen Verhältnissen eine Chance habe", blickte Lamparter auf die weiche Loipe in Lago di Tesero, meinte mit Blick auf den Norweger: "Er war sehr stark, wäre aber schlagbar gewesen. Aber er ist ein sehr verdienter Olympiasieger."
Mit einem Gewaltakt katapultierte sich der Tiroler schließlich von Rang sechs nach dem Springen und 21 Sekunden Rückstand auf den Halbzeit-Führenden Kristjan Ilves aus Estland noch aufs Stockerl. "Jetzt habe ich den Punkt Olympia-Medaille auch abgehakt, kann ich mich auf die Großschanze freuen. Das bedeutet mir sehr viel", meinte Lamparter.
Der Star der Nordischen Kombination hatte es taktisch angelegt, in drei der vier Runden des Langlaufs über zehn Kilometer mit der Spitze mitgehalten, dann seine Chance gesucht. "Ich wusste, dass es in der letzten Runde um alles geht, habe mir Reserven gelassen. Ich wusste, dass irgendwann zur Sache geht. Da habe ich meine letzten Kräfte, die ich noch hatte, ausgeschöpft, hab viele Sterndln gesehen. Aber es ist richtig toll", schmunzelte Lamparter.
Er feiert nun mit Familie und Freunden, die extra zum Bewerb angereist waren.