Neue Sorgen um den Airbus A220: Eine Pilotengewerkschaft warnt vor einem äußerst seltenen, aber potenziell folgenschweren Problem. Im Fokus steht das Triebwerk PW1500G von Pratt & Whitney, das bereits seit Jahren wegen technischer Schwierigkeiten immer wieder für Schlagzeilen sorgt.
Laut der Gewerkschaft könnte es unter ganz bestimmten Umständen zu einer Kettenreaktion kommen, die im schlimmsten Fall beide Triebwerke außer Betrieb setzt. Die Warnung richtet sich an Behörden und Hersteller, damit rasch weitere Sicherheitsmaßnahmen gesetzt werden, berichtet das Fachmagazin "Simple Flying".
Hintergrund der Warnung sind mehrere Vorfälle, bei denen Piloten während des Flugs ein Triebwerk automatisch abgeschaltet wurde. Die Crew konnte die Maschinen jeweils sicher landen. Dennoch sehen die Pilotenvertreter Handlungsbedarf, weil sich ähnliche Ereignisse nicht wiederholen dürfen. Die Behörden und Hersteller untersuchen die Fälle bereits.
Pratt & Whitney kämpft schon länger mit Problemen bei den GTF-Triebwerken. Tausende Aggregate mussten in den vergangenen Jahren überprüft oder vorzeitig ausgebaut werden. Dadurch standen weltweit zahlreiche Flugzeuge am Boden.
Als mögliche Ursache gilt laut den bisherigen Untersuchungen ein kleines Bauteil im Feuerwarnsystem der Triebwerke. Demnach könnte sich der Sicherungsstift eines Feuermelders durch starke Vibrationen lockern. Wird dadurch fälschlicherweise ein Triebwerksbrand gemeldet, könnten Piloten gezwungen sein, das betroffene Triebwerk nach den vorgeschriebenen Notfallverfahren abzuschalten.
Sollte derselbe Defekt kurz darauf auch am zweiten Triebwerk auftreten, könnte im schlimmsten Fall auch dieses außer Betrieb genommen werden. Genau vor diesem äußerst unwahrscheinlichen, aber potenziell katastrophalen Szenario warnen die Pilotenvertreter.