Zwei Piloten der Swiss Air sind nach einem gemeinsamen Abend mit reichlich Alkohol noch vor einem geplanten Flug gestoppt worden. Dank aufmerksamer Crewmitglieder kamen die beiden Männer laut der Airline zu keinem Zeitpunkt ins Cockpit.
Die beiden Piloten hatten sich am Vorabend ihres geplanten Einsatzes im Crewhotel in Genf aufgehalten. Am nächsten Morgen sollten sie gemeinsam einen Airbus A220 zu einem Ziel in Europa fliegen. Dazu kam es jedoch nicht.
Beobachter des Abends beschrieben den Zustand der beiden Männer als "deutlich alkoholisiert". Obwohl für Cockpitbesatzungen in Europa eine Promillegrenze von 0,2 gilt, schreiben viele Fluggesellschaften eine strikte 0,0-Promille-Haltung vor dem Dienst vor.
Zusätzlich gilt die sogenannte Achtstunden-Regel zwischen Alkoholkonsum und Dienstbeginn, viele Airlines verlangen sogar zwölf Stunden oder mehr Abstinenz.
Nach Angaben erkannten die beiden Piloten ihre Fluguntauglichkeit nicht selbst und meldeten sich auch nicht krank.
Stattdessen griffen Kollegen ein. Sie informierten ihre Vorgesetzten über den Zustand der beiden Männer. "Die Hinweise waren so konkret, dass wir an der Einsatzfähigkeit der Piloten zweifeln mussten", sagt ein Sprecher von Swiss und bestätigt den Vorfall gegenüber aeroTELEGRAPH.
Vor Dienstantritt wurden beide Piloten im Crewhotel einem Alkoholtest unterzogen. Dieser bestätigte den Verdacht. "Die beiden Piloten wurden vor Beginn ihres Dienstes noch im Crewhotel aus dem Einsatz genommen und ersetzt."
Swiss betont, dass für alle Crewmitglieder strenge Alkoholregeln gelten. "Für unsere Crewmitglieder gelten klare und strenge Vorgaben zum Umgang mit Alkohol. Sie dürfen ihren Dienst nicht unter Alkoholeinfluss antreten oder ausüben", so der Sprecher von Swiss weiter.
Die beiden Piloten wurden bis auf Weiteres suspendiert. "Die involvierten Stellen arbeiten den Fall derzeit auf. Bis dies abgeschlossen ist, werden die betroffenen Piloten nicht im Flugdienst eingesetzt, sie führen also weiterhin keine Flüge durch", so der Sprecher.