Ein einziger Cent machte den Unterschied: In einem Supermarkt im italienischen Triest konnte eine Kundin eine Packung Milch trotz passendem Bargeld nicht bezahlen. Der Grund war die automatische Rundung an der Kassa.
Die Frau wollte ihre Milch bar bezahlen und hatte genau 1,49 Euro dabei - also den Preis, der am Regal angeschrieben war. Beim Bezahlvorgang rundete die Kassa den Betrag jedoch automatisch auf 1,50 Euro auf. Weil der Kundin ein Cent fehlte, musste der Verkauf abgebrochen werden.
Schließlich griff sie zur Bankomatkarte. Damit wurden wie angeschrieben nur 1,49 Euro verrechnet. Über den ungewöhnlichen Vorfall berichtete das italienische Nachrichtenportal Trieste Café.
Die Rundungsregeln bei Barzahlungen gelten in Italien bereits seit mehreren Jahren. Hintergrund ist, dass die Produktion von 1- und 2-Cent-Münzen mit 1. Jänner 2018 eingestellt wurde.
Seit 2021 werden Barzahlungen deshalb automatisch gerundet: Endet der Betrag auf 1, 2, 6 oder 7 Cent, wird abgerundet. Beträge mit 3, 4, 8 oder 9 Cent werden hingegen aufgerundet. Wer mit Karte bezahlt, ist von dieser Regelung nicht betroffen.
Vermutet wird, dass dieses Vorgehen im Zusammenhang mit Bestrebungen der italienischen Politik stehe, das Bargeld nach und nach aus dem Verkehr zu ziehen.