Jugend gegen Modi

Massenproteste in Indien – Polizei greift hart ein

In Indiens Hauptstadt Neu-Delhi sind Tausende gegen die Regierung von Premier Narendra Modi auf die Straße gegangen.
Newsdesk Heute
21.07.2026, 13:13
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Einer der größten Proteste der vergangenen fünf Jahre erschüttert Indien. Rund 10.000 Menschen versammelten sich am Montag in Neu-Delhi und forderten den Rücktritt von Premier Narendra Modi sowie Bildungsminister Dharmendra Pradhan.

Die Behörden hatten den Marsch zum Parlament zuvor aus Sicherheitsgründen verboten. Dennoch setzte sich der Protestzug in Bewegung. Die Polizei errichtete Barrikaden und ging mit Tränengas sowie Schlagstöcken gegen die Demonstrierenden vor. Auf beiden Seiten gab es laut Medienberichten mehrere Leichtverletzte.

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"Ist das ein Kriegsgebiet?"

Angeführt wurde die Demonstration von der erst im Mai gegründeten Cockroach Janta Party (CJP). Die Bewegung kritisierte das Vorgehen der Sicherheitskräfte scharf.

"Ist das ein Kriegsgebiet? Warum greift die Polizei auf Tränengas zurück, um friedliche Demonstranten anzugreifen?", schrieb die CJP auf der Plattform X. Parteigründer Abhijeet Dipke soll Medienberichten zufolge festgenommen worden sein. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Name als Protestsymbol

Der ungewöhnliche Name der Bewegung geht auf eine Aussage eines indischen Richters zurück, der arbeitslose Jugendliche einst mit "Kakerlaken" verglichen hatte. Die Aktivisten machten den Begriff zum Symbol für Widerstand und Durchhaltevermögen.

Innerhalb weniger Monate entwickelte sich aus einer satirischen Online-Kampagne eine landesweite Protestbewegung mit Millionen Unterstützern – vor allem unter jungen Menschen.

Prüfungs-Skandal löste Wut aus

Auslöser der Proteste ist ein Skandal um manipulierte Aufnahmeprüfungen für Medizinstudiengänge. Nachdem Prüfungsunterlagen vorab veröffentlicht worden waren, mussten mehr als zwei Millionen Bewerber den Test wiederholen.

Die Demonstrierenden werfen der Regierung Korruption und Versagen vor. Bildungsminister Pradhan müsse dafür die politische Verantwortung übernehmen und zurücktreten. Er selbst weist die Vorwürfe zurück und bezeichnete die CJP als "B-Team der Unruhestifter".

Regierung zeigt Gesprächsbereitschaft

Zusätzliche Wut löste zuletzt das Vorgehen gegen den bekannten Aktivisten Sonam Wangchuk aus. Der 59-Jährige wurde während eines Hungerstreiks gegen seinen Willen in ein Krankenhaus gebracht.

Nach stundenlangen Protesten signalisierte die Regierung erstmals Gesprächsbereitschaft. Gesundheitsminister JP Nadda traf sich mit Vertretern der Bewegung und bat um Zeit, um deren Forderungen innerhalb der Regierung zu beraten. Ob es zu konkreten Zugeständnissen kommt, ist derzeit noch offen.

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