Wegen Abnehmspritzen

Heineken gibt Bier-Warnung an alle Bars aus

Heineken warnt: Abnehmspritzen könnten den Bierabsatz in britischen Pubs senken und die Gastronomie vor neue Herausforderungen stellen.
23.10.2026, 10:12
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Der niederländische Brauereikonzern Heineken warnt britische Pubs und Bars vor den wirtschaftlichen Folgen des Booms bei Abnehmspritzen. Die sogenannten GLP-1-Mittel steigern das Sättigungsgefühl und können die Lust auf Alkohol verringern. Das geht aus einer Präsentation hervor, die Heineken im Oktober an Kunden aus der britischen Gastronomie verschickte und die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Die Medikamente könnten damit den Absatz von Bier und Cider gefährden. Es ist ein seltenes Eingeständnis eines großen Alkoholherstellers, dass Mittel wie Ozempic oder Wegovy des dänischen Konzerns Novo Nordisk den Verkauf belasten können.

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So kann gegengesteuert werden

Heineken riet den Wirten, mehr Bier in kleineren Gläsern und alkoholfreie Getränke anzubieten. Auch Bier in Kombination mit kleineren Speisen könne helfen. Andernfalls drohten weniger Gäste und geringere Einnahmen. Heineken bestätigte, die Präsentation im Rahmen des regelmäßigen Austauschs mit der britischen Gastronomie verschickt zu haben. Das Unternehmen beobachte Veränderungen im Konsumverhalten von Menschen, die solche Mittel nehmen, und werde die Entwicklung 2027 weiterverfolgen.

Die Alkoholbranche kämpft in einigen wichtigen Märkten bereits seit Jahren mit sinkenden Umsätzen. Viele Menschen trinken aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen weniger. Heinekens Konkurrenten spielen das Geschäftsrisiko durch Abnehmspritzen bislang herunter: Der Spirituosenhersteller Diageo bezeichnete die Auswirkungen als beherrschbar. Carlsberg erklärte, die bisherigen Daten ließen keinen klaren Trend erkennen. Anheuser-Busch InBev wollte sich nicht dazu äußern.

Daten aus den USA zeigen allerdings Veränderungen beim Konsum. Haushalte mit GLP-1-Anwendern gaben nach zwei Jahren Behandlung monatlich rund sieben Prozent weniger für Alkohol aus als andere Haushalte. Bei Bier lag der Rückgang bei rund 13,5 Prozent. Das geht aus Zahlen des Marktforschungsunternehmens Circana hervor.

Auch wissenschaftliche Erkenntnisse stützen diese Beobachtungen. Die Wirkstoffe beeinflussten das Gehirn und verringerten die Lust auf Alkohol, sagte Joseph Schacht, Professor an der University of Colorado Anschutz. Zehn von elf GLP-1-Anwendern, die Reuters befragte, gaben an, weniger Alkohol zu trinken – teils deutlich weniger. Sie fühlten sich nach dem Trinken unwohl oder hätten einfach keine Lust mehr auf Alkohol.

red, 23.10.2026, 10:12