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Heizen mit Eis: Klingt komisch, ist aber so!

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:59

Heizen mit Eis, das klingt eigentlich wie ein Widerspruch. Wie soll man aus gefrorenem Wasser Wärme gewinnen? Doch es ist möglich und immer mehr Häuslbauer überlegen es sich ernsthaft. Heizen mit Eis ist äußerst effektiv und senkt die laufenden Heizkosten verglichen mit konventionellen Heizsystemen. Der Clou der Eisheizung ist rein physikalisch erklärbar!

Erfinder und Patentinhaber der Eisheizung ist Alexander von Rohr (Firma Isocal/Viessmann). Er vertreibt unter dem Namen "SolarEis" Heiz- und Kühlkonzepte.  Die Eisheizung macht sich die sogenannte Kristallisationsenergie zunutze.

Um Eis zu schmelzen, muss Wärme zugeführt werden. Dieselbe Wärmeenergie wird umgekehrt auch freigesetzt, wenn Wasser zu Eis gefriert. Die so entstehende Kristallisationsenergie ermöglicht die Eisheizung. Und die Energiemenge, die beim Übergang vom flüssigen in den festen Aggregatszustand entsteht, ist groß. Es wird dabei so viel Energie frei, wie man braucht, um null Grad kaltes Wasser auf 80 Grad zu erhitzen.

Hoher baulicher Aufwand

Ebenso hoch wie die freigesetzte Energie ist allerdings auch der bauliche Aufwand für die Installation des Systems. Eine Eisheizung besteht aus einem großen, betonierten Wasserspeicher, sowie Kollektoren auf dem Dach, welche Luft- und Sonnenenergie nutzbar machen und einer Wärmepumpe, die die gewonnene Energie zum Heizen umwandelt.

In den Keller passt der Beton-Speicher in vielen Fällen nicht. Bei Wohnhäusern verschwindet der Tank meist unter der Garage oder im Garten. Anders als bei klassischen Wärmepumpen, die ebenfalls im Erdboden verschwinden, brauche der Bauherr für die Aushübe der Eisheizung aber keine spezielle Genehmigung. Weil der Eisspeicher nicht so tief versenkt wird, dass er mit dem Grundwasser in Berührung kommt, unterliegt er weniger strengen Auflagen.

Plant man die Eisheizung beim Hausbau gleich mit ein, sind die Installationskosten trotz des baulichen Aufwands verträglich. Die Installation kostet mit rund 12.000 Euro circa so viel wie eine Pelletheizung für ein Einfamilienhaus.

Anders als bei der Pelletsheizung entstehen im laufenden Betrieb einer Eisheizung aber fast keine Kosten. Lediglich die Wärmepumpe benötigt geringe Mengen Energie. Im Wohnumfeld werde sie meist mit Strom betrieben. Und anders als bei anderen Heizstoffen werde bei der Eisheizung nichts verbrannt, es entstehe demnach auch kein klimaschädliches CO2.

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