Am Mittwochabend endete ein dramatischer Zwischenfall an Bord einer Flydubai-Maschine mit der sicheren Landung in Israel. Die Passagiere, die erst kurz zuvor mit ihren Familien in Thailand auf Urlaub gewesen waren, wurden am Flughafen Ben Gurion von besorgten Angehörigen und Freunden empfangen. Lokale Medien und Fotografen verfolgten die Ankunft der Überlebenden.
Einer der Passagiere, Asaf Rajuan, schilderte dem TV-Sender Channel 12 die angespannte Situation: "Wir konnten den Terroristen 55 Minuten lang neutralisieren. Ich danke Gott und allen, die geholfen haben. Besonders den beiden Piloten, die zufällig an Bord waren und das Flugzeug sicher gelandet haben." Wie die "Krone" berichtet, zog sich Rajuan eine Kopfverletzung zu, die aber nicht schwerwiegend gewesen sei.
Der Täter hatte zuvor auf den Kapitän eingestochen und diesen schwer verletzt. Rajuan betonte: "Wir haben uns entschieden, um unser Leben zu kämpfen." Noch stehe er unter Schock. Premierminister Benjamin Netanyahu würdigte die Passagiere als Helden mit "außergewöhnlicher Geistesgegenwart und Wagemut" und betonte, dass sie viele Leben gerettet hätten.
Der schwer verletzte Kapitän Smit Machchhar befindet sich laut der indischen Botschaft in Saudi-Arabien mittlerweile in stabilem Zustand. Passagiere berichten, dass er mit letzter Kraft die von innen verriegelte Cockpit-Tür geöffnet habe.
Ein Zahnarzt an Bord versorgte den Piloten medizinisch, bis das Flugzeug in Saudi-Arabien landen konnte. "Ich glaube, jeder an Bord war ein Held", sagte Shota Musaev gegenüber einem lokalen TV-Sender. Seine Frau habe während des Vorfalls gemeinsam mit anderen Passagieren gebetet.
Der für die Entführung verantwortliche Co-Pilot wurde ebenfalls verletzt und festgenommen. Über seinen Zustand ist bislang nichts bekannt. Laut "Times of Israel" handelt es sich um einen religiösen Fanatiker aus dem Oman, der als Einzelgänger galt. Hinweise auf Verbindungen zu Terrornetzwerken gibt es laut aktuellen Erkenntnissen nicht.
Als Reaktion auf den Vorfall verschärft Israel die Sicherheitsvorkehrungen für Flugreisen. Passagiere müssen künftig mit verstärkten Kontrollen und Überprüfungen beim Check-in rechnen.