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"Heute" legt sich fest – diese Nation wird Weltmeister

Die WM 2026 läuft langsam an und natürlich hat auch die "Heute"-Sportredaktion ihre Tipps abgegeben. Wer hebt am Ende den Pokal in die Höhe?
Sport Heute
12.06.2026, 14:42
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Die Weltmeisterschaft 2026 hat soeben gestartet und natürlich hat auch die Sportredaktion von "Heute" bereits die Kristallkugel aus dem Schrank geholt. Wer steht am Ende mit dem goldenen Pokal in den Händen da? Unsere Redaktion hat ihre Tipps abgegeben.

Klaus Pfeiffer, Ressortleiter Sport

Bei der Frage nach den größten WM-Favoriten war Brasilien in der Geschichte des Fußballs immer ganz vorne zu finden. Diesmal nicht. Genau das ist die große Chance des fünffachen Weltmeisters Brasilien, der bei den letzten Turnieren auch immer an der hohen Erwartungshaltung gescheitert ist. Als Underdog ist der Weg zur "Hexa", dem sechsten Titel, frei. Die Qualität ist trotz einer durchwachsenen Quali vorhanden. Auch dank einer funktionierenden Achse.

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Im Tor steht mit Alisson Erfahrung und Weltklasse, die Innenverteidigung mit PSG-Kapitän Marquinhos und Arsenal-Abwehrchef Gabriel ist eine kaum einzunehmende Festung, die Altstars Casemiro und Fabinho geben dem Team im defensiven Mittelfeld Stabilität und Aggressivität, im Zentrum dirigiert Guimares und vorne wirbeln Vinicius jr. und Raphinha – die Superstars von Real und Barcelona. Mehr geht eigentlich nicht.

Doch. An der Seitenlinie steht seit Mai 2025 Carlo Ancelotti. Der italienische Startrainer war Meister in Spanien, England, Italien, Deutschland und Frankreich – unerreicht. Mit Real und Milan holte er fünf Mal die Champions League. Statt Schönheit setzt Ancelotti in Brasilien auf Stabilität. Seine zuletzt bevorzugte 4-3-3-Variante erinnert von der Grundidee an Europas derzeit bestes Team Paris Saint-Germain. Brasiliens letzter WM-Titel liegt 24 Jahre zurück. In den USA endet die Durstrecke. Dann wäre auch die Karriere von Neymar gekrönt, der als Edeljoker das "i-Tüpfelchen" auf dem Zuckerhut ist.

Martin Huber, Ressortleiter Stv. Sport

England hat viel versucht, es ging alles schief. Das Fußball-Mutterland wartet 60 elendslange Jahre auf einen großen Titel. Deshalb bändigt jetzt Thomas Tuchel die "Three Lions". Der Deutsche soll England nicht begeistern, sondern erlösen. Paris, Chelsea, Bayern, Dortmund: Tuchel hat bei seinen Trainerstationen immer geliefert – und am Ende auch Scherben hinterlassen. So weit ist er auf der Insel noch nicht. England präsentiert sich vor dieser WM anders: Weniger Hype, weniger "Football's Coming Home", dafür viel Pragmatismus. Kein Foden oder Palmer, dafür die Besten bei Standards.

Tuchels Mannschaften spielen nicht am schönsten. Der Anspruch ist, dass sie die letzten sind, die noch stehen – und gewinnen. Der Kader hat enorme Qualität: Jude Bellingham spielt wie ein Anführer, Declan Rice kontrolliert Spiele, Bukayo Saka entscheidet sie. Und dann gibt es noch Harry Kane – der WM-Titel wäre seine Krönung. Holt Tuchel am 19. Juli nicht den WM-Titel, wird er in England verjagt. Pep Guardiola hat sich bereits in Stellung gebracht. Die neue Mission, Heim-EM 2028, braucht mehr Pathos.

Erich Elsigan, Sport-Redakteur

Es fällt schwer, Argumente gegen Frankreich zu finden. Der Kader ist von hinten bis vorne mit absoluten Weltstars gespickt. Vor allem die Offensive ist atemberaubend: Mbappe, Dembele, Olise, Doue – mehr geht nicht. Die Mannschaft hat ausreichend Turniererfahrung und mit Teamchef Deschamps einen wahren WM-Fuchs an Bord. Er führte "les Bleus" bereits 2018 zum Titel, 2022 verhinderte das Elfmeterschießen gegen Argentinien den zweiten Triumph. Den holt er heuer nach – und tritt danach ab.

Markus Weber, Sport-Redakteur

Ein Blick auf die Wettquoten sieht einen klaren Favoriten auf den WM-Titel: Spanien. Und das ist auch mein Tipp. Nicht, weil das die Quoten vorhersagen, sondern weil die Spanier für mich eindeutig in der Favoritenrolle sind. Schon bei der EM 2024 hat die "Furia Roja" ihr Können gezeigt, sich den Titel geschnappt. Lamine Yamal schaffte seinen Durchbruch, ist zwei Jahre gereift, das Mittelfeld mit Pedri, Rodri, Fabian Ruiz, Gavi absolute Weltklasse. Doch das größte Plus der Spanier ist, dass Trainer Luis de la Fuente eine echte Mannschaft geformt hat, die hungrig auf Titel ist.

Die Spanier haben eine herausragende Qualifikation gespielt, in sechs Spielen fünf Siege und ein Unentschieden geholt. Sucht man die letzte Niederlage nach regulärer Spielzeit – abgesehen vom denkbar knappen Nations-League-Finale und der Pleite im Elfmeterschießen gegen Portugal – dann muss man in den März 2024 (0:1 im Test gegen Kolumbien) zurückgehen. Auch das WM-Los meinte es nun gut mit Spanien.

Kap Verde, Saudi-Arabien und Uruguay dürfen in der Gruppe H kein Stolperstein sein. Dann könnte ein Sechzehntelfinal-Duell mit Österreich warten. Blickt man noch weiter: Kroatien könnte im Achtelfinale drohen, Bosnien oder Belgien im Viertelfinale und Deutschland, Frankreich oder die Niederlande im Semifinale. Bevor im Endspiel dann Portugal, Argentinien, England oder Brasilien lauern könnten – alles machbar für Yamal und Co.

Maximilian Rosmanith, Sport-Redakteur

England zählt bei der WM 2026 zu den Top-Favoriten, weil kaum eine Nation über einen so tief und talentiert besetzten Kader verfügt. Mit Spielern wie Jude Bellingham, Harry Kane und Bukayo Saka besitzt die Mannschaft Weltklasse in allen Mannschaftsteilen. Dazu kommt die Erfahrung aus den letzten großen Turnieren, bei denen England regelmäßig die Endrunde erreichte. Viele Experten sehen die "Three Lions" deshalb hinter Spanien, Frankreich und Argentinien im engsten Kreis der Titelanwärter. 

Mathias Richter, Sport-Redakteur

Es wird Zeit – Zeit, dass die Niederlande endlich Weltmeister wird. Es entzieht sich jeglicher Logik, dass eine Nation, die seit Generationen Talente produziert, die auf die Namen Bergkamp, Seedorf und Robben hören, und mit Johan Cruyff eine der prägendsten Figuren der Fußball-Neuzeit hervorbrachte, noch nie den WM-Pokal in die Höhe stemmen durften. Aber das wird sich jetzt ändern. Und das hat vor allem einen Grund: Weil der allmächtige Fußball-Gott endlich auf der Seite der "Elftal" ist. Nach drei Finalniederlagen schnappt sich die Niederlande beim vierten Anlauf endlich den Titel und trägt künftig einen Stern am Trikot.

Auch sportlich spricht einiges für den großen Wurf: In der Verteidigung macht es Virgil van Dijk an guten Tagen wie ein Türsteher eines Nobel-Clubs in Amsterdam: Lässt niemanden durch. Im Mittelfeld dirigiert Frenkie de Jong, und im Angriff wirbeln Depay und Co. Kurz gesagt: Weltklasse findet man in jeder Linie. Natürlich spricht die Vernunft und Logik gegen diesen Weltmeister-Tipp, die Vernunft wählt Frankreich oder Spanien. Aber als Fußball-Romantiker mache ich es wie ein Sechstklässler in Latein und halte es mit dem Zitat "Fortes fortuna adiuvat" – "Den Mutigen hilft das Glück".

Georg Steinschnack, Sport-Redakteur

Natürlich kann man es sich leicht machen und einfach die üblichen Verdächtigen nennen. So wie die Kollegen Rosmanith und Weber. Die nehmen die offensichtlichen Favoriten, schreiben England oder Spanien auf den Zettel und gehen entspannt zum Mittagessen.

Deutschland wirkt da zunächst wie eine gewagte Wahl. Das Quartier in Winston-Salem erinnert eher an eine etwas zu groß geratene Turnhalle in Mecklenburg-Vorpommern als an das legendäre Campo Bahia. Bundestrainer Julian Nagelsmann schafft es zudem mit nahezu jeder Aussage, gleichzeitig die eigene Kabine und die halbe Republik in Wallung zu versetzen. Aber und das ist ein Aber von der Größe einer Rechnung am Opernball. Deutschland bleibt Deutschland. Eine Turniermannschaft. Während sich zahlreiche südamerikanische Mannschaften bei einer Prämien-Verhandlung nach zwei gewonnenen Spielen in der Gruppenphase die Köpfe einschlagen, marschiert die DFB-Auswahl meist stoisch weiter in Richtung KO.-Runde. So zumindest die vermeintliche deutsche Selbstbeschreibung seit Jahrzehnten.

Und sollte diese Theorie ausnahmsweise wieder mal funktionieren, spricht tatsächlich einiges für den fünften Stern. Der Turnierbaum wirkt machbar, die Qualität im Kader ist vorhanden und wenn die Nerven halten, könnte aus der vermeintlich verrückten Prognose am Ende doch eine ziemlich deutsche Geschichte werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 12.06.2026, 14:53, 12.06.2026, 14:42
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