Hier liegen Corona-Kranke hustend am Spitalsboden

Bilder aus einem spanischen Krankenhaus zeigen Corona-Patienten, die am Boden liegen und darauf warten, vom medizinischen Personal gesehen zu werden.
Die schockierenden Aufnahmen zeigen Corona-Patienten, die seit 30 Stunden auf Stühlen darauf warten, behandelt zu werden, andere, die notdürftig auf weißen Laken im Gang liegen. Überall hört man Menschen husten.

Mehr "Social Distancing"



Laut "El Mundo" wurden die Videoaufnahmen im Infanta Leonor Hospital und im Severo Ochoa de Leganes Hospital in der spanischen Hauptstadt Madrid gemacht. Die ähneln jenen Bildern, die vor kurzem aus einem Krankenhaus in Norditalien veröffentlicht wurden ("Heute" hat berichtet).

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In den überfüllten Krankenhaus-Korridoren kann man Menschen husten hören, andere Patienten liegen am Boden und sind an ein Sauerstoffgerät angeschlossen. Offenbar wurde das Video online geteilt, um Menschen wach zu rütteln, Abstand voneinander zu halten ("Social Distancing").

Spanien als neues Epizentrum



Spanien ist in Europa nach Italien am stärksten von der Pandemie betroffen. Allein zwischen Samstag und Sonntag starben in Madrid fast 400 Menschen an den Folgen ihrer Coronavirus-Infektion. Dies entspricht einem Anstieg um 30 Prozent im Vergleich zum Vortag.



Insgesamt sind damit in Spanien bereits 1.720 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Die Zahl der Infizierten lag am Sonntag bei 28.572. Das Land ist in Gefahr, das neue Epizentrum des Ausbruchs in Europa zu werden. Die jüngsten Zahlen Italiens lassen hoffen, dass sich die Krise dort abschwächen könnte.

"Wir sind im Krieg"



Bereits seit dem 14. März gelten weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Die 46 Millionen Einwohner dürfen ihr Zuhause nur verlassen, um zur Arbeit zu gelangen, Einkäufe zu erledigen, Medikamente zu besorgen oder mit dem Hund Gassi zu gehen.



"Wir befinden uns im Krieg", sagte Premierminister Pedro Sanchez in einer Pressekonferenz und forderte Europa auf, ein massives, koordiniertes öffentliches Investitionsprogramm wie den Marshall-Plan nach dem Zweiten Weltkrieg zu starten.

Wartezeit über 30 Stunden



Der Gewerkschaftsvertreter Javier Garcia sagte im Interview mit "El Mundo", die Situation in den Krankenhäusern sei "dramatisch", da die Notaufnahme "dreimal so groß" sei und "Menschen ohne Bett mehr als 30 Stunden auf Plastikstühlen sitzen müssen".



Madrid hat auch ein großes Konferenzzentrum namens IFEMA in ein provisorisches Krankenhaus umgewandelt, das Tausende Coronavirus-Patienten aufnehmen soll. Das Lazarett soll 5.500 Betten umfassen, darunter auch Intensivbetten.



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