Ein Gesprächsversuch mit dem Teenager: Hast du Hausaufgaben? Keine Antwort. Nochmalige Nachfrage, Stille. Laute Rufe, wieder nichts. Ein schon etwas angespannter Blick ins Jugendzimmer bestätigt: Kopfhörer sind drauf, hypnotischer Blick auf den Bildschirm. Dazu gesellt sich das eher überschaubare Interesse am Thema Lernen an sich.
Anderes Szenario, selbe Personen: Mama, bitte komm jetzt nicht rein, ich nehm ein YouTube-Video auf. Nach geduldigem Abwarten dann ein zögerlicher Versuch der Kontaktaufnahme per WhatsApp, in den Worten des Teens: Ich will lowkey mit dir reden. Ein bisschen lustig, aber auch peinlich ("cringe"). Mutti sucht eine gemeinsame Sprache, findet dabei aber nur raus, dass das Älterwerden bisweilen unbarmherzig ist.
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Man ist nicht mehr cool, schon der Ausdruck entlarvt, wie lange die eigene Kindheit zurückliegt. Dasselbe bekommt man gelegentlich in der Arbeitswelt oder beim Ausgehen zu spüren. Referenzen auf Menschen, TV-Shows oder Bücher gehen bei viel Jüngeren ins Leere, sie sind Relikte früherer Generationen. Genau wie eine gewisse Art von Humor. Es sind weniger körperliche Beschwerden, die das Älterwerden einläuten, als das leise Verschwinden einer gemeinsamen Sprache.