Hier treten trotz Lockdown die meisten Infektionen auf

Menschen auf der Mariahilferstraße in Wien
Menschen auf der Mariahilferstraße in WienALEX HALADA / picturedesk.com
Der Lockdown in Österreich wurde verlängert. Seit Monaten haben Lokale zu, Kontakte sollen reduziert werden. Doch die Neuinfektionen bleiben hoch.

Am Mittwoch wurden 1.671 Neuinfektionen und 38 Todesfälle österreichweit vermeldet. Dabei wurde der Lockdown in Österreich verlängert. Seit Monaten haben Lokale und Freizeiteinrichtungen zu, Menschen arbeiten vermehrt im Home Office. Die sozialen Kontakte sollen reduziert und Treffen vermieden werden.

Warum geht die Anzahl der Corona-Neuinfektionen nur langsam zurück? Laut Bundeskanzler Sebastian Kurz müssen die Zahlen auf 700 Neuinfektionen pro Tag sinken, seien vorsichtige Öffnungsschritte möglich. Einige Maßnahmen wurden deshalb verschärft. 

Doch wo passieren die Ansteckungen trotz Lockdown? Wie die "Presse" berichtet, haben die Gesundheitsbehörden das "Contact Tracing" wieder besser im Griff. Dieses war im Herbst aufgrund hoher Infektionszahlen völlig zusammengebrochen.

Auch die Agentur für Gesundheit (AGES) konnte in der Quellensuche für Cluster seit Ende Dezember wieder Fortschritte machen. Beide Instrumente sind für die Eindämmung der Pandemie zentral.

Trotz Lockdown mehr soziale Kontakte

Wenn ein Infektionsfall der Behörde gemeldet wird, werden alle engeren Kontakte informiert und abgesondert, um die Infektionskette zu unterbrechen. Laut den Behörden haben die Menschen im Gegensatz zum Frühjahr wieder mehr soziale Kontakte, berichtet die "Presse". Damals wurden pro Infiziertem rund drei Kontakte verfolgt. Im November waren es bis zu zwanzig. Derzeit geht die Anzahl wieder etwas zurück, im Schnitt sind es fünf Personen.

Ob die Betroffenen wahrheitsgemäße Angaben machen, bleibt fraglich. Laut Lockdown-Bestimmung ist es verboten, mehrere Personen zu treffen. Manche fürchten Strafen und geben deshalb auch weniger an.

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Die von den Behörden eruierten Kontaktlisten werden an die AGES weitergeleitet, die nochmals nachforscht, um Cluster-Analysen zu erstellen. Hier geht es um den Arbeitsplatz oder Freizeitaktivitäten. Gibt es mehrere Erkrankte, etwa im Chor oder in einem Verein?

Es geht darum, bezirksübergreifende Kontexte zu analysieren und dahingehend entsprechende Maßnahmen zu setzten. So können auch Kontrollen in Unternehmen stattfinden, wenn der Verdacht besteht, dass Hygienemaßnahmen nicht eingehalten werden.

Wien, NÖ und Burgenland mit bester Aufklärungsquote

Um das Infektionsgeschehen wirklich gut kontrollieren zu können, wird eine Aufklärungsquote von rund zwei Dritteln benötigt. Die Quote steigt wieder, ist aber in jedem Bundesland unterschiedlich. Wien, Niederösterreich und das Burgenland zählen mit 65 Prozent zu den Spitzenreitern. Schlusslicht ist die Steiermark mit nur 20 Prozent.

Nach Angaben der AGES kommen die meisten Cluster in Familien vor, die in gemeinsamen Haushalten leben. Mit 51 bis 66 Prozent sind in diesen Wochen die meisten Infektionen auf diesen Bereich zurückzuführen. Auf dem zweiten Platz liegt der Gesundheits- und Sozialbereich mit 15 bis 31 Prozent.

In Wien entfallen knapp zwei bis 4,7 Prozent der Fälle auf den Freizeitbereich. In allen anderen Bundesländern gemeinsam waren es hingegen zehn bis 19 Prozent. 4,4 bis 6,7 Prozent gehen in Wien auf Cluster im Arbeitsbereich zurück. Im restlichen Österreich liegt der Wert zwischen 1,7 bis 4,3 Prozent.

Die meisten Neuinfizierten (39 Prozent) in den ersten Jännerwochen waren zwischen 40 und 64 Jahre alt.

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