Die Polizei konnte am Samstag in Salzburg einen 39-jährigen Verdächtigen festnehmen, der in Zusammenhang mit der Erpressung des Babynahrungsherstellers Hipp stehen soll – wir berichteten. Der Mann soll insgesamt sechs Gläschen des Typs "Karotte mit Kartoffeln" mit Rattengift versetzt haben.
Ein Glas, das in einer Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft wurde, bleibt bislang jedoch unauffindbar. Die Ermittlungen werden vom Landeskriminalamt Burgenland gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und der Staatsanwaltschaft Eisenstadt geführt. Bei einem der sichergestellten Gläser wurde laut toxikologischem Gutachten eine Giftmenge von 15 Mikrogramm festgestellt. Nun wird überprüft, ob diese Dosis für Kleinkinder tödlich sein könnte.
Zwei der sechs vergifteten Hipp-Gläser gerieten in Umlauf. Vier Gläser tauchten in Tschechien und der Slowakei auf. Die Spur zum mutmaßlichen Täter führte über eine anonyme Erpresser-E-Mail, die von Datenforensikern ausgewertet werden konnte.
Der Tatverdächtige wurde am Sonntag in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob neben Erpressung und vorsätzlicher Gemeingefährdung auch versuchter Mord zur Anklage kommen könnte. Ausschlaggebend ist das Ergebnis des Gift-Gutachtens, das noch aussteht. Die Polizei hält sich zu Details weiterhin bedeckt, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden.
Beim Unternehmen HiPP reagierte man am Wochenende erleichtert über die Festnahme und dankte den Behörden für ihren Einsatz. Das Unternehmen kündigte an, weitere Informationen bekanntzugeben, sobald neue Erkenntnisse vorliegen. Der mutmaßliche Täter hatte (vergeblich) versucht, von Hipp zwei Millionen Euro in Kryptowährung zu erpressen.