Mitten in den Reformen im Gesundheits- und Pflegebereich zieht Merz seine Gesundheitsministerin ins Kanzleramt. Dort folgt Warken auf Thorsten Frei, der kommende Woche die Führung der Unionsfraktion übernimmt.
"Nina Warken hat gezeigt, dass sie ein Ministerium führen und Reformen auch gegen Widerstände durchsetzen kann", begründete Merz die Personalentscheidung. Die 47-Jährige sei "durchsetzungsstark" und habe sich als "harte Verhandlerin" bewährt. Warken war es zuletzt gelungen, die umstrittene Finanzreform der gesetzlichen Krankenkassen gegen erheblichen Widerstand durchzusetzen. Trotz anhaltender Kritik gilt sie als Politikerin, die unterschiedliche Interessengruppen an einen Tisch bringen kann.
Die aus Tauberbischofsheim stammende Juristin sitzt seit 2013 im Bundestag. Dort machte sie sich zunächst vor allem in der Innen- und Rechtspolitik einen Namen. Seit 2025 ist sie Bundesvorsitzende der Frauen-Union und setzte sich innerhalb der CDU immer wieder für mehr Frauen in Spitzenpositionen ein.
"Ja, ich bin Feministin", sagte die dreifache Mutter einmal in einem Interview. Mit ihrem Wechsel ins Kanzleramt schreibt sie nun Geschichte: Erstmals steht eine Frau an der Spitze der wichtigsten Koordinationsstelle der deutschen Bundesregierung.
Mit Warkens Wechsel wird das Gesundheitsministerium neu besetzt. Künftig übernimmt CDU-Politiker Carsten Linnemann das Ressort. Der 47-Jährige gilt bislang vor allem als wirtschaftsliberale Stimme der Partei und war in den vergangenen Jahren vor allem mit Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Mittelstandsthemen befasst. Im Gesundheitsbereich betritt er dagegen weitgehend Neuland.
Auf den neuen Minister warten dennoch große Herausforderungen. Das Gesundheits- und Pflegesystem steht weiter unter erheblichem Reformdruck, viele Vorhaben der Bundesregierung sind noch nicht abgeschlossen. Linnemann übernimmt das Ressort in einer Phase, in der vor allem die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung und die Zukunft der Pflege zu den größten politischen Baustellen zählen.
Merz betonte, Warken bringe nicht nur Regierungserfahrung mit. Aufgrund ihrer früheren Arbeit sei sie auch in Sicherheitsfragen bestens aufgestellt und werde künftig "in der Regierungsarbeit die wichtigste Stütze" des Kanzlers sein.
Die CDU-Politikerin nahm die neue Aufgabe an und erklärte: "Ich freue mich, den Reformkurs weiter voranzutreiben und mitzugestalten, damit unser Land weiter vorankommt."