Was als Geschäft mit einem vermeintlichen Käufer begann, endete für einen Diamantenhändler tödlich. Der 51-Jährige hatte sich am 15. Juli in der Münchner Motorworld mit einem Interessenten getroffen, der ihm laut bisherigen Ermittlungen einen Diamanten um mehrere Zehntausend Euro abkaufen wollte – das berichtet die "Bild".
Als der Unternehmer aus Berg am Starnberger See einen Anwaltstermin versäumte und stundenlang nicht erreichbar war, meldete ihn seine Freundin in der Nacht auf den 16. Juli als vermisst.
Kurz darauf erhielt sie einen Anruf von einem Unbekannten. Dieser behauptete, ihrem Partner sei etwas Schlimmes zugestoßen und er werde festgehalten. Für seine Freilassung müsse sie Geld bezahlen. Die Frau verständigte die Kripo und ging zum Schein auf die Forderung ein. Als der Geldabholer erschien, griff die Polizei zu, heißt es in dem Bericht weiter.
Rasch stellte sich jedoch heraus, dass der Mann nichts mit dem Verschwinden des Diamantenhändlers zu tun hatte. Er soll Teil einer Betrugsmasche mit Schockanrufen gewesen sein.
Die Ermittlungen führten die Kripo laut "Bild" schließlich zur Tiefgarage der Münchner Motorworld. Dort fanden die Beamten den BMW des Vermissten. In der Nähe des Fahrzeugs entdeckten die Ermittler Blut.
Zudem zeichneten Überwachungskameras auf, wie der 51-Jährige gemeinsam mit einem Mann über das Gelände ging. Wenig später war auf den Aufnahmen nur noch der mutmaßliche Käufer zu sehen, der die Motorworld alleine verließ. Der Diamantenhändler tauchte nicht mehr auf.
Die Ermittler identifizierten den zunächst unbekannten Mann schließlich als 37-Jährigen. Aus dem Vermisstenfall wurde ein Mordfall.
Im Zuge der Suche rückten Einsatzkräfte auch in den Anzinger Forst aus, nachdem Hinweise auf ein mögliches Versteck eingegangen waren. Dort fanden sie zwar eine Art Grab, dieses war jedoch leer.
Noch am Montag nahm ein Spezialeinsatzkommando den 37-Jährigen in Garmisch-Partenkirchen fest. Einen Tag später wurde Untersuchungshaft wegen Mordes aus Habgier verhängt, berichtet die Boulevardzeitung.
Nahezu zeitgleich fanden die Ermittler auch die Leiche des 51-Jährigen. Der Diamantenhändler war unweit des Wohnortes des Tatverdächtigen verscharrt worden.