Genau vor zwei Jahren wurde Niederösterreich von einer riesigen Hochwasserkatastrophe getroffen. "Rund 100.000 Einsatzkräfte haben gezeigt: Der Zusammenhalt ist stärker als jede Naturkatastrophe. Wir rüsten uns heute vor den Katastrophen der Zukunft, in dem wir in den Ausbau des Hochwasserschutzes und des Wasserrückhalts investieren und unsere Feuerwehren unterstützen," gibt LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf bekannt, der damals Einsatzleiter des Landesführungsstabs war.
Er erinnert sich: "Extreme Regenfälle im ganzen Land haben Bäche und Flüsse über die Ufer steigen lassen." In wenigen Tagen fiel damals teilweise so viel Regen wie sonst über viele Monate verteilt. Viele Gewässer erreichten den HQ 100 Wert, abschnittweise wurden sogar 300-jährliche Hochwassermarken überschritten. Insbesondere waren Pielach, Sierning, Perschling, Große und Kleine Tulln, Lainsitz und der Kamp-Oberlauf betroffen.
Für das ganze Land Niederösterreich wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Mehr als 130.000 Menschen – darunter fast 100.000 Feuerwehrkameraden, dazu Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Straßendienst, Bundesheer und Rettungsorganisationen – standen im Kampf gegen die Wassermassen im Einsatz, Hilfe kam aus allen Bundesländern.
"Das Hochwasser hat deutlich gemacht, wie entscheidend rechtzeitige Vorsorge ist, denn dort, wo bereits in den Hochwasserschutz investiert wurde, konnten Schutzbauwerke noch größere Schäden verhindern. Deshalb habe ich den Auftrag erteilt, die Schutzprojekte weiter konsequent fortzuführen. Mit großen und kleineren Projekten in allen Regionen Niederösterreichs handeln wir konkret für Land und Leute. Das Ziel ist klar: Ich möchte das Leben der Menschen leichter und sicherer machen", sagt Pernkopf, der auch betont: "Rund ein Drittel der Hochwasserschutzmaßnahmen in Niederösterreich zielt darauf ab, Wasser zurückzuhalten und Gewässern wieder mehr Platz zu geben – etwa durch Rückhaltemaßnahmen oder Flussaufweitungen."
Seit dem Hochwasser 2024 konnten in Niederösterreich weitere 35 Projekte mit einer Gesamtinvestitionssumme von rund 141 Millionen Euro fertiggestellt werden. Im gleichen Zeitraum wurden 37 Projekte mit Gesamtinvestition von rund 55 Millionen Euro neu begonnen. Bis einschließlich 2028 ist der Baubeginn bei weiteren 32 Projekten mit rund 160 Millionen Investitionssumme geplant.
An der Donau der Hochwasserschutz Rossatz-Arnsdorf um knapp 40 Millionen Euro, an der Lainsitz in Gmünd um 12.200.000 Euro, in Krems der 2. Bauabschnitt um 11 Millionen Euro, beim Hagenbach in St. Andrä-Wördern um 10,5 Millionen Euro, an der Traisen in Lilienfeld knapp 8 Millionen Euro oder beim Braunaubach um 6,5 Millionen Euro.
In St.Veit an der Gölsen ein Hochwasserschutz um 9,1 Millionen Euro, ein Rückhaltebecken für den Nadelbach in St. Pölten um rund 5,5 Millionen Euro, ein Retentionsraum in Pulkau um 4,8 Millionen Euro, der 3. Bauabschnitt in St. Leonhard am Forst um 4,5 Millionen Euro, an der Kamp in Langenlois um 3,9 Millionen Euro, der Hochwasserschutz in Kaltenleutgeben um 3,5 Millionen Euro, ein Rückhaltebecken für den Erlauf-Zubringer in Wieselburg um 3,5 Millionen Euro oder in Pulkau ein Hochwasserschutz um 2,1 Millionen Euro.
Geplant sind diese Projekte:
Die Dammsanierung an der Perschling um knapp 20 Millionen Euro und Hochwasserschutzprojekte für die Pielach um 22 Millionen Euro, an der Donau im Abschnitt Donaugraben um 13 Millionen Euro, in Schwechat um 11 Millionen Euro, für die Große Erlauf um 8 Millionen Euro, für die Donau in Bad Deutsch-Altenburg, für den Höllgraben in Amstetten und die Anpassung bei der Donau in Krems/Stein um jeweils 6 Millionen und um jeweils 5 Millionen Projekte beim Weierbach in Melk und an der Leitha in Katzelsdorf.
Zusätzlich wurden auch die Pegelstationen ausgebaut und damit die Prognosemöglichkeiten verbessert. Bis Anfang 2027 wird das Niederösterreichische System über 364 fernübertragene Stationen im Bereich der Pegelstände, Niederschlag und Lufttemperatur und Grundwasser verfügen. Diese sind live auf der Homepage des Landes Niederösterreich abrufbar. Insgesamt werden die Niederösterreichischen Gewässer in 930 Stationen vermessen und sorgen so für bestmögliche Prognosen. Mit 59 Prognosestellen verfügt Niederösterreich über mehr Standorte als alle anderen Bundesländer zusammen.