Ein Paar hat während der Halbzeit-Show des Super Bowls mitten im Auftritt des Grammy-Gewinners Bad Bunny geheiratet. Die New York Times erfuhr aus dem Umfeld des puertoricanischen Superstars, dass die Zeremonie auf dem Rasen des Stadions von Santa Clara echt war.
Demnach habe das Paar Bad Bunny, bürgerlich Benito Antonio Martínez Ocasio, ursprünglich auf seine Hochzeit eingeladen. Der Sänger drehte den Spieß um: Er bot dem Paar an, live in seiner Show zu heiraten.
Zunächst war während des Auftritts ein Heiratsantrag des späteren Bräutigams auf Knien zu sehen, später eine Szene mit Brautkleid und einem Geistlichen: "Sie sind nun verheiratet und dürfen sich küssen." Unmittelbar danach folgte der Gastauftritt von Lady Gaga.
Bad Bunnys Auftritt beim Super Bowl war eine Hommage an das US-Territorium Puerto Rico. Neben einer Zuckerrohr-Plantage war auf der Bühne eine "Casita", ein traditionelles puerto-ricanisches Haus zu sehen. Als erster Künstler bei einer Halbzeitshow sang der Musiker zudem durchgehend auf Spanisch. US-Popstar Lady Gaga und der puerto-ricanische Sänger Ricky Martin traten überraschend als Gäste auf.
Bei der Verleihung der Grammys vor einer Woche hatte Bad Bunny keinen Hehl daraus gemacht, was er von Trumps Abschiebepolitik und den brutalen Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE vor allem gegen Zuwanderer aus Lateinamerika hält: "ICE out" (ICE raus), forderte er unter dem Jubel des Publikums.
Bei der Halbzeitshow im kalifornischen Santa Clara äußerte er jedoch keine direkte Kritik. Stattdessen zählte er am Ende seines Auftritts lateinamerikanische Länder, Puerto Rico, die USA und Kanada auf und warf einen Football mit der Aufschrift "Zusammen sind wir Amerika". Auf einer riesigen Leinwand im Stadion stand zudem: "Das Einzige, was stärker ist als Hass, ist Liebe."
Der Vertreter der lateinamerikanischen Genres Reggaeton und Latin Trap steht für alles, was Trumps Maga-Lager (Make America Great Again, Macht Amerika wieder großartig) verachtet. Als Puertoricaner ist er zwar US-Staatsbürger, singt und rappt aber durchweg auf Spanisch. In seinem Grammy-preisgekrönten Album "Debí tirar más fotos" (auf Deutsch: "Ich hätte mehr Fotos machen sollen") thematisiert er auch die schmerzhafte Geschichte der Kolonisierung der Karibikinsel, die seit 1898 zu den USA gehört.