Hofer fordert Treibstoff-Umstellung in ganz Österreich

Norbert Hofer fordert eine Umstellung auf E10 Treibstoff in Österreich.
Norbert Hofer fordert eine Umstellung auf E10 Treibstoff in Österreich.Johanna Schlosser / picturedesk.com; Martin Juen / SEPA.Media / picturedesk.com; "Heute"-Montage
Der zunehmende Autoverkehr steht als Klimasünder am Pranger. Norbert Hofer fordert nun einen sofortigen Umstieg auf einen neuen Treibstoffstandard.

Verbrennungsmotoren sind angezählt, viele Staaten wollen deren Verkauf in den kommenden 15 bis 30 Jahren ganz verbieten. Wer in Österreich derzeit einen Benziner oder Diesel als Neuwagen kauft, muss noch einmal eine ordentliche Stange Geld für die Normverbrauchsabgabe (NoVA) drauflegen. Ab Juli 2021 sind zumindest bis 2024 jährliche Verschärfungen für die klimaschädlichen Fahrzeuge vorgesehen.

Umweltministerin Eleonore Gewessler will aber noch weiter gehen: Sie will eine automatische Erhöhung der Mineralölsteuer, wenn die jährlichen Klimaziele verfehlt werden.

Bei den Freiheitlichen, die sich traditionell auf die Seite der Autofahrer schlagen, sieht Umweltpolitik aber anders aus. Von einem türkis-grünen "Anti-Autofahrerpaket" ist die Rede. Am Dienstag schaltete sich Parteichef Norbert Hofer, er war unter türkis-blau Infrastruktur- und Verkehrsminister, in die Debatte ein.

Sofortmaßnahme: Mehr Bio-Anteil

Anstatt den Autokauf und das Tanken für die Bürger per se teurer zu machen, fordert er eine Umstellung der Treibstoffe in Österreich: "Bei all dem Hickhack zwischen Schwarz und Grün wird eines leider vergessen: Der größte Schritt für eine sofortige Reduktion der Schadstoffe wäre durch die Einführung von E10 umsetzbar."

Derzeit wird E5 (Super 95) angeboten. In diesem wird dem Treibstoff Bioethanol im Ausmaß von 5 Prozent beigemengt. Diesen Anteil will Hofer nun verdoppeln. 

"Die Verwendung von E10 reduziert Feinstaub um 75 Prozent, Stickoxid um 25 Prozent. Es ist höchste Zeit, dass auch in Österreich E10-Treibstoff Realität wird“, fordert der FPÖ-Bundesparteiobmann unter Berufung auf die Ergebnisse von Testreihen in Deutschland.

Das soll aber noch einen weiteren Vorteil für Österreich bringen: Die Produktion von Bioethanol, das aus zuckerhaltigen oder stärkehaltigen Pflanzen hergestellt wird, führe auch zu Wertschöpfung im ländlichen Raum. Es fallen zusätzlich Nebenprodukte wie proteinhaltige Futtermittel an, wodurch wiederum schädliche Soja-Importe deutlich reduziert werden könnte, so Hofer weiter.

"Der Verbrennungsmotor ist die Lösung, nicht das Problem"

Um die Klimaschutzziele im Verkehrssektor zu erreichen, müssten die Maßnahmen auf die breite Masse, also auf den vorhandenen Fahrzeugbestand abzielen: "Auch wenn wir ab heute nur noch emissionsfreie Fahrzeuge verkaufen, wären die Ziele im definierten Zeitraum nicht erreichbar. Der Verbrennungsmotor ist hier die Lösung, und nicht das Problem. Denn es ist entscheidend, womit der Motor betrieben wird", mahnt der Freiheitliche. 

Der Schritt von E5 auf E10 wäre eine "erste sinnvolle und sofort wirksame Maßnahme mit deutlichen Auswirkungen". Doch auch Hofer betont: "Die Zukunft gehört den E-Fuels, also den synthetischen Kraftstoffen."

Wasserstoffstrategie für Österreich

Österreich habe alle Voraussetzungen, um E-Fuels zu produzieren. Die vorhandenen temporären Überschüsse aus der Stromerzeugung mit Windkraft könnten dafür verwendet werden. Über Elektrolyse werde mit Strom Wasserstoff synthetisiert. Durch Beimengung von CO2 gehe man in die Methanisierung. Damit könne CO2 aus der österreichischen Stahlindustrie einem sinnvollen Kreislauf zugeführt werden.

Die schwarz-grüne Koalition müsse einsehen, dass es im Umweltbereich zwar der einfachste aber gleichzeitig ein falscher Weg sei, auf Technologiefeindlichkeit und auf Steuererhöhungen zu setzen. 

"Stattdessen muss für die Mobilität der Zukunft eine groß angelegte Wasserstoffstrategie auf den Weg gebracht werden", hält Hofer abschließend fest.

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