Jahrelang galt der Body-Mass-Index (BMI) als ausschlaggebenden Wert für die körperliche Gesundheit und Wohlbefinden. Nun haben Studien an der Münchener Ludwig Maximilians-Universiät sowie am Intermountain Medical Center Heart Institute in Salt Lake City allerdings festgestellt, dass nicht die Menge sondern die Verteilung des Körperfettes für Herzkrankheiten entscheidend ist.
Jahrelang galt der Body-Mass-Index (BMI) als ausschlaggebenden Wert für die körperliche Gesundheit und Wohlbefinden. Nun haben Studien an der Münchener Ludwig Maximilians-Universiät sowie am Intermountain Medical Center Heart Institute in Salt Lake City allerdings festgestellt, dass nicht die Menge sondern die Verteilung des Körperfettes für Herzkrankheiten entscheidend ist.
Eine neue, amerikanische Studie mit Diabetes-Patient hat ergeben, dass ein zunehmender Taillenumfang ein stärkeres Anzeichen für ernsthafte Herzerkrankungen ist, als ein erhöhter Body Mass Index oder Körpergewicht.
"Wir wissen das Bauchfett in einem stärkeren Zusammenhang mit koronaren Gefäßverkalkungen steht, also andere Arten der Fettleibigkeit", sagt Dr. Brent Muhlestein, der Autor und Co-Direktor des Intermountain Medical Center Heart Institute in Salt Lake City.
Die Studie:
Zu Beginn der Studie haben US-Forscher den Taillenumfang, das Körpergewicht sowie den BMI von 200 Männern und Frauen mit Typ 1 und Typ 2 Diabetes aufgezeichnet. Keiner der Teilnehmer hatte am Anfang Symptome einer Herzerkrankung.
Anschließend wurde von den Probanden die Herzfunktion mittels einer Echocardiography ausgewertet. Dabei fanden die Wissenschafter heraus, dass sich die linke Ventrikel-Funktion mit einem zunehmenden Taillenumfang der Teilnehmer verschlechterte.
Diese neuen Resultate bestätigen bereits frühere Studien, die belegen, dass das Fett im Abdominalbereich gefährlich ist, als jenes Fett im restlichen Körper. Dieser Meinung ist auch Dr. Sarah Samaan, Kardiologin und Medizinerin im Heart Institut in Baylor in Plano, Texas. "Fett im Abdominalbereich produziert eine Vielzahl an entzündlichen und somit schädlichen Substanzen, die in Beziehung zu Herzkrankheiten, Bluthochdruck und Diabetes stehen", sagte Dr. Samaan, die nicht in der Studie involviert war.
Vergleicht man die männlichen Studienteilnehmer mit den weiblichen, so ist erkennbar, dass "das Bauchfett bei Männern eine größere negative Auswirkung hat als bei Frauen", fügt Dr. Muhlestein hinzu.
Auch die deutschen Wissenschaftler haben über acht Jahre lang 11.000 Probanden beobachtet und regelmäßig den Taillenumfang und BMI kontrolliert. "Fett ist nicht gleich Fett", sagt Studienleiter Harald Schneider von der Münchner Ludwig-Maximilans-Universität gegenüber der "Bild".
Rauchen setzten mehr Bauchfett an
Dr. Samaan ist sich sicher, dass Aerobic-Übungen das beste Training gegen Bauchfett ist. "Auch wenn Crunches die Bauchmuskeln stärken, heißt dies nicht zwangsläufig, dass sie das Fett im Abdominalbereich verbrennen", sagte die Medizinerin, und fügt noch hinzu: "Auch Raucher tendieren dazu mehr Bauchfett anzusetzen, obwohl der restliche Körperfettanteil eigentlich normal ist. Mit dem Rauchen aufzuhören, kann langfristig helfen."