Hormon macht Menschen bei Hitze aggressiv

Seit Tagen hat eine Hitzewelle die Schweiz fest im Griff. Das hat auch Auswirkungen auf das Verhalten der Menschen.
Bei heißem Wetter erhitzen sich die Gemüter, sagt Mediziner Hanns-Christian Gunga, Professor am Institut für Physiologie der Berliner Charité, in der "SonntagsZeitung". "Bei Hitze erhöht sich unser Aggressionspotenzial. Die Gewaltbereitschaft steigt."

Ursache sei unter anderem das Hormon Vasopressin, auch ADH genannt. Es sorgt dafür, dass wir Flüssigkeit speichern können. "Wenn der Flüssigkeitshaushalt runter geht, wird dieses Hormon vermehrt ausgeschüttet. Das führt zu einer deutlichen Aggressivitätssteigerung. Der Organismus schaltet sozusagen in den Überlebensmodus."

Risikofreudigere Autofahrer

Das bekommen auch Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen zu spüren, die für Ruhe und Ordnung sorgen sollen. "Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass unsere Mitarbeiter im Sommer eher Opfer von verbalen Attacken werden", so "Alpha Protect"-Geschäftsführer Christian Götz.

Laut Verkehrspsychologin Andrea Uhr von der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) zeigt die Hitze auch auf den Straßen Wirkung. "Automobilisten fahren dann beispielsweise dichter auf, bremsen später ab oder entscheiden sich, in eine Verkehrslücke einzufädeln, die sie bei kühleren Temperaturen als zu riskant einstufen würden."

CommentCreated with Sketch.1 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Die extreme Hitze setzt der Psyche zu, wie die "SonntagsZeitung" berichtet. "Wir hatten diese Woche einen Rekord von neuen Eintritten", sagt Psychiater Thomas Müller, ärztlicher Direktor der Klinik Meiringen.

Lesen Sie hier ausführlich: Warum uns die Hitze aggressiv macht >>>

Wie geht es mit der Hitze weiter?

Der Sonntag präsentiert sich von seiner hochsommerlichen Seite. Meist scheint von früh bis spät die Sonne, nur am westlichen Alpenhauptkamm bilden sich im Laufe des Tages Quellwolken und am Nachmittag sind von den Ötztaler Alpen bis zu den Hohen Tauern einzelne Gewitter möglich. Sonst bleibt die Schauerneigung sehr gering.

Im Osten frischt mäßiger bis lebhafter Südostwind auf, im nördlichen Alpenvorland weht mäßiger Westwind. Nach einer kurzen Abkühlungsphase steigen die Temperaturen erneut auf 30 bis 38 Grad.

Auch am Montag bleibt es noch hochsommerlich heiß. Die Temperaturen klettern erneut auf bis zu 37 Grad. Mit Abkühlung ist erst ab Dienstag zu rechnen.

(chk/ek/20 Minuten)

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