Klartext in "ZiB 2" – So viel teurer wird unser Urlaub

Das Preisniveau wird deutlich steigen, so Alexander Ipp, Vize-Chef der Hoteliervereinigung, in der "ZiB 2". (Archivbild)
Das Preisniveau wird deutlich steigen, so Alexander Ipp, Vize-Chef der Hoteliervereinigung, in der "ZiB 2". (Archivbild)Guenther PEROUTKA / WirtschaftsBlatt / picturedesk.com
Wegen des Personalmangels müssen auch alteingesessene Betriebe erstmals Ruhetage einlegen. Und trotzdem wird alles teurer.

War in den vergangenen Pandemie-Jahren der Urlaub in Österreich oft die einzige Option, ist das für viele mittlerweile unleistbar geworden. Um 33 Prozent sind die Hotel-Preise seit 2015 angestiegen, berichtet die "ZiB 2". Auch im Ausland kommt man oft nicht billiger weg, denn gleichermaßen sind die Energiepreise und damit die Transportkosten in die Höhe geschnellt.

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Die Teuerungen bei den Lebensmitteln trifft insbesondere die heimische Gastronomie hart. Ein Traditions-Heuriger in Wien-Hietzing, den es bereits seit 170 Jahren gibt, muss nun gezwungenermaßen zwei Ruhetage einlegen – obwohl man seit einem halben Jahr auf Personalsuche ist.

Das Problem: Viele haben sich während der Pandemie umschulen lassen. "Hohe Arbeitslosigkeit, viel Kurzarbeit, kein Trinkgeld, viel Unsicherheit" fasst AMS-Chef Johannes Kopf zusammen. Andres Gollner von der Gewerkschaft vida spricht an, dass die Beschäftigten mehr Planbarkeit brauchen – und das dauernde Einspringen-müssen für kranke Kollegen auf Dauer auch das verblieben Personal noch vergraulen kann.

4-Tage- oder 60-Stunden-Woche?

Im Tourismus ist die Situation ähnlich. Die Probleme, die man schon vor Corona hatte, wurden "brandbeschleunigt", so Alexandr Ipp, Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung im "ZiB 2"-Interview. Im Tourismus gehe es primär darum, die Arbeitszeiten attraktiver zu gestalten. "Auch die 4-Tage-Woche könnte ein probates Mittel sein."

Andererseits sollten auch ortsfremde Saisonarbeiter die Möglichkeit haben, 60 Stunden zu arbeiten, wenn sie dies wollen. Ipp sieht aber eine "kollektive Verantwortung". Einerseits die Betriebe, andererseits die Politik in Kooperation mit der Gewerkschaft müssten gute Rahmenbedingungen schaffen.

Urlauben zehn Prozent teurer

Einerseits wurden durch die Kurzarbeit viele Stellen gerettet, andererseits haben sich wegen der langen Schließungszeiten auch viele Arbeitnehmer umorientiert. Leider sei der Tourismus immer eine der ersten Branchen, die es in Krisen trifft. Trotz Teuerungen wollen viele Menschen nach der Pandemie nun aber wieder vereisen, zeigt sich Ipp im ORF zuversichtlich.

Allerdings sind auch die Betriebe nicht vor den Preisstegrungen gefeit. Ob Energie oder Nahrungsmittel, ganz alleine könnten die Touristiker das nicht stremmen. Ipp geht davon aus, dass es quer durch die Branche Preissteigerungen von etwa zehn Prozent geben wird.

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