Huawei-Boss: Darum werden Smartphones immer größer

Huawei Consumer Business Group President of Europe Walter Ji.
Huawei Consumer Business Group President of Europe Walter Ji.Huawei/Montage Heute
Groß, schmal, riesiger Bildschirm: Wie schwierig es ist, heutzutage Smartphones zu bauen und wie sie künftig aussehen, verrät Walter Ji von Huawei.

"Großartiges Design und eine großartige Kamera", das zeichnet für Walter Ji die neue P40-Smartphone-Serie von Huawei aus. Ji ist als "President of Europe" bei der Huawei Consumer Business Group tätig, quasi als Europa-Chef, wenn es um Kundenprodukte geht. Und für die liefert Huawei am Smartphone-Sektor das Beste vom Besten, sagt er. "Unsere Kamera führt immer den Markt an", so Ji. Daneben seien "die beste Akkulaufzeit selbst für Intensivnutzer", ein "überwältigendes Design" und die "beste Technik" die Argumente, die Huawei-Smartphones von der Konkurrenz abhebe.

Doch wie begrenzt sind die Möglichkeiten, ein schmuckes Design bei einem modernen Smartphone umzusetzen? Beim P40 Pro schmiegt sich das OLED-Display gekrümmt um die Kanten und lässt nur Platz für einen minimalen Metallrahmen hin zur Glasrückseite. Dort steht ein rechteckiges Kameramodul hervor, im Bildschirm wiederum findet sich eine Ausnehmung für Frontkamera und Sensor sowie ein integrierter Fingerabdruckscanner. Bleibt da noch viel Platz für Designexperimente, wenn Smartphones zwar länger und breiter, aber nicht dicker werden sollen?

"Natürlich ist das schwierig. Die Herausforderung für unsere Ingenieure ist es, mehr und bessere Module in den Geräten zu verbauen." 

Wenn man sich ansehe, was Huawei bei der P-Serie vom Start weg erreicht habe, sehe man, dass Innovationen und Neuheiten immer möglich seien, sagt Ji. "Durch hohe Investitionen" in die Entwicklung, die Huawei seit Jahren vorantreibe, sei es möglich, leistungsfähigere Chips und Module als die Konkurrenz herzustellen, die gleichzeitig aber auch kleiner seien und damit wiederum mehr Design-Spielraum ermöglichen würden. 

"Gar keine Frage" sei, dass die neuen Huawei-Smartphones ohne Google-Services erfolgreich sein können. Mehr als 600 Millionen Menschen würden bereits die Huawei Mobile Services nutzen und das Feedback der Nutzer sei "großartig". Huawei vergrößere dabei das Angebot von Woche zu Woche und man habe außerdem mit der AppGallery den dritten großen App Store neben jenen von Apple und Google. 

"In Österreich sind Nutzer nicht leicht von einer Marke zu überzeugen. Aber Konkurrenz ist immer willkommen."

Dass immer mehr chinesische Konkurrenten wie Oppo und Xiaomi verstärkt nach Europa und Österreich drängen, verunsichert Ji nicht: Österreich sei ein Markt, in dem "Nutzer nicht leicht von einer Marke zu überzeugen" seien. Dazu sei jahrelanges Vertrauen und jahrelanger Innovationsgeist notwendig. "Aber Konkurrenz ist immer willkommen", sagt Ji, denn die sorge dafür, dass alle Seiten sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornen würden.

Immer wichtiger für Europa würden auch die Devices abseits der Smartphones, wie Smartwatches, Kopfhörer oder Lautsprecher wie der Huawei Sound X, der im August in Österreich erscheinen soll. "Das Smartphone ist das Zentrum, zu dem jedes Device wie Kopfhörer eine innovative Ergänzung sein können, um dem Nutzer ein smartes Leben mit künstlicher Intelligenz zu ermmöglichen", sagt der Huawei-"President of Europe" zur Strategie des Unternehmens.

"Nutzer, die ein großes Gerät haben, wollen nicht mehr auf ein kleineres Smartphone umsteigen. Wir gehen nicht zurück und produzieren kleinere Geräte" 

Doch zurück zum Smartphone: Der Trend geht zwar zu immer größeren Geräten, einige Nutzer wünschen sich aber auch heute noch kleine, kompakte Mobiltelefone. Ein Markt, den Huawei künftig wieder abdecken könnte? "Wir haben wichtige Untersuchungsergebnisse und Einblicke, was die Nutzer wollen. Sie zeigen, und dass kann ich persönlich mit dem faltbaren Mate X bestätigen, dass Kunden, die ein großes Gerät genutzt haben, nicht mehr auf ein kleineres Gerät umsteigen wollen", so Ji.

Durch den großen Bildschirm ergebe sich eine viel bessere Nutzererfahrung. "Nutzer verlassen sich auch sehr auf ihr Smartphone und arbeiten oft intensiv auf den Geräten", so Ji. Kompaktere Smartphones würden zwar einige Vorteile haben, könnten beim Nutzungskomfort und der Arbeitsleistung aber nicht mit größeren Devices mithalten. "Deswegen gehen wir nicht zurück und produzieren kleinere Geräte", so Ji. Dass Smartphones aber in der Zukunft so wie heute aussehen werden, glaubt Ji nicht: "Ehrlich, ich glaube, das Design wird sich drastisch ändern. Mit der Entwicklung neuer Displaytechnologien werden sich gewaltige Möglichkeiten ergeben. Ich denke, dass faltbare Geräte die Zukunft des Smartphones sind."

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