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Huawei FreeBuds 5 im Test – Luxus-Sound zu Normal-Preis

Anders als viele auch hauseigene Kopfhörer setzen die Huawei FreeBuds 5 weiter auf ein Open-Fit-Design ohne Stöpsel. Die neuen "Tropfen-Buds" im Test.

Rene Findenig
Auffällig ist bei den neuen Huawei FreeBuds 5 auf den ersten Blick das Design, mit dem Huawei mit den bisherigen Traditionen bricht.
Auffällig ist bei den neuen Huawei FreeBuds 5 auf den ersten Blick das Design, mit dem Huawei mit den bisherigen Traditionen bricht.
Rene Findenig

Um 159 Euro erscheinen die neuen Huawei FreeBuds 5 am 24. April 2023 in Österreich. Als Farben gibt es Farben Silver Frost (Grau) und Ceramic White (Weiß) zur Auswahl, das Design der Kopfhörer ist im Vergleich zu den Vorgängern komplett neu. Angesiedelt sind die Kopfhörer zwischen dem äußerst günstigen Einstiegsmodell Huawei FreeBuds 5i und dem aktuellen Flaggschiffmodell Huawei FreeBuds Pro 2, die zuletzt Devialet-Unterstützung bekamen. Anders als beide Schwestern-Modelle setzen die Huawei FreeBuds 5 aber nicht auf ein abgeschlossenes System im Gehörgang durch Silikon-Stöpsel, sondern bieten ein offenes, sogenanntes "Open-Fit-Design", das etwas lockerer im Ohr liegt. "Heute" hat sie bereits getestet.

Auffällig ist auf den ersten Blick das Design, mit dem Huawei mit den bisherigen Traditionen bricht. So erscheinen die neuen Kopfhörer als moderne, kurvige Tropfen-Buds in einem Lade-Case, das nun etwas an ein Oster-Ei erinnert. Das Design hat dann auch gleich einen merklichen Komfort-Gewinn beim Tragen. Einerseits sitzen die Buds sehr komfortabel im Ohr und fallen bereits nach wenigen Minuten nicht mehr auf, andererseits halten sie sicherer und fester im Ohr und fallen dabei auch beim Springen und Laufen nicht heraus. Auch andere, schlaue Neuerungen gibt es: Nimmt man die Buds aus dem Lade-Behälter, lassen sie sich jetzt leichter greifen. Außerdem hält das schicke Design der FreeBuds 5 Finderabdrücke gut fern.

Schnellere Bedienung, angenehmeres Tragen

Merklich beschleunigt wurde die Bedienung. Die Kopfhörer aus Kunststoff können nun noch deutlich mehr Befehle beim simplen Berühren oder Streichen des Gehäuses auslösen, von der Kontrolle der Lautstärke über das Annehmen und Beenden von Anrufen bis hin zum Springen von Musiktitel zu Musiktitel. Ein Smartphone eröffnet in Verbindung mit der zugehörigen Huawei-App zwar noch mehr Möglichkeiten, im Alltag braucht es das aus der Hosentasche herausgekramte Handy zum Bedienen der Buds aber gar nicht mehr. Koppeln lassen sich die Kopfhörer per Bluetooth mit so gut wie allem, vom Handy (Android, iOS, Harmony OS) über die Nintendo Switch bis hin zum Notebook und dem Entertainment-System im Auto.

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    Um 159 Euro erscheinen die neuen Huawei FreeBuds 5 am 24. April 2023 in Österreich. Als Farben gibt es Silver Frost (Grau) und Ceramic White (Weiß)...
    Um 159 Euro erscheinen die neuen Huawei FreeBuds 5 am 24. April 2023 in Österreich. Als Farben gibt es Silver Frost (Grau) und Ceramic White (Weiß)...
    Rene Findenig

    Durch das Open-Fit-Design verschließt natürlich der Kopfhörer nicht komplett den Gehörgang. Die gute Nachricht: Während dies das Tragen viel angenehmer macht, leidet die Musikqualität und auch die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) kaum darunter. Huawei will beim Design viel Zeit und Mittel in die Forschung investiert haben. So sollen sich die Kurven der Kopfhörer den meisten Ohrformen perfekt anpassen können, während das tropfenförmige Design den Druck gleichmäßiger auf die Haut des Nutzers verteilen soll. Dadurch verrutschen die Kopfhörer im Ohr auch nicht, wenn man sie mal etwas stärker antippt. Unterstützt werden die Hardware-Neuerungen aber auch von einer neuen Software-Funktion der Macher. 

    Neue Software passt die Kopfhörer an das Ohr an

    "Adaptive Ear Matching" nennt sich die komplizierte Technologie, die vereinfacht gesagt den Sound so an das Ohr anpasst, dass der Klang möglichst ohne Nebengeräusche auskommt und die Geräuschunterdrückung optimal arbeitet. An einem eigenen Equalizer dürfen Nutzer natürlich weiterhin in der Smartphone-App herumspielen, die automatische Anpassung an das Ohr funktioniert aber auch ohne eigenes Zutun überraschend gut. Und generell klingen die Kopfhörer mit ihren dynamischen 11-Millimeter-Treibern fantastisch, reichen aber nicht ganz an die (deutlich teureren) FreeBuds Pro 2 und ihre raumfüllende Wiedergabe heran. Deutlich verbessert wurde der Bass, der neben dem kristallklaren Sound das Highlight ist. 

    Überraschend für die preislich in der Mittelklasse angesiedelten Kopfhörer ist die zusätzlich zu den Bluetooth-Audio-Codecs (5.2) unterstützten Codecs L2HC und LDAC, die von HWA und Hi-Res Audio Wireless zertifiziert wurden und die man eigentlich von deutlich teurerer Hardware kennt. So unterstützen die FreeBuds 5, deren Gewicht bei je 5,4 Gramm liegt, eine maximale Übertragungsbitrate von 990 Kilobit pro Sekunde. Wer also über einen Premium-Streamingdienst bei Musik, Filmen und Serien verfügt, darf sich darüber freuen, dass die Kopfhörer da die beste Qualität rausholen. Einen besonderen Bonus bekommen übrigens Nutzer der "AI Life"-App auf HarmonyOS- und EMUI-Geräten in Form eines eigenen Latency-Modus.

    FreeBuds nun mit IP-Schutz und Multi-Point-Unterstützung

    In Sachen Verbindung macht es Huawei den Nutzern zudem einfach wie nie. Auf Wunsch erkennen und aktivieren sich die Kopfhörer selbst, wenn man sich mit dem Smartphone nähert, erkennen, wann sie ins Ohr gestöpselt und entfernt werden und stoppen so die Wiedergabe oder lassen sich dual mit zwei Geräten verbinden und nutzen, ohne dass man die Kopplung ständig wechseln muss. Wie das teurere Modell sind nun zudem auch die FreeBuds 5 per IP54-Zertifizierung gegen Staub und Spritzwasser geschützt – was nur für die Buds selbst, aber nicht für den Lade-Behälter gilt. Im Lieferumfang enthalten sind übrigens neben dem Case und den Kopfhörern ein USB-C-Ladekabel, eine Bedienungsanleitung und Ersatz-Silikonringe.

    Gekoppelt werden die Huawei FreeBuds Pro einfach über Bluetooth mit dem Handy, egal ob iPhone, Android- oder HarmonyOS-Smartphone. Wer die zugehörige "AI Life"-App von Huawei nutzt, profitiert dabei von detaillierten Einstellungsmöglichkeiten und Komfort-Funktionen wie eine Trageerkennung und einen Passformtest. Bereits von den Vorgängermodellen bekannt sind außerdem die in der App ersichtlichen Ladestandsanzeigen für die einzelnen Kopfhörer und das Case oder das Festlegen der Verknüpfungen, die bei der Touch-Steuerungen ausgelöst werden sollen. Außerdem lässt sich bei Multi-Point-Verbindungen in der App festlegen, welches Gerät (etwas das Handy) bei Aktivierung priorisiert wird.

    Huawei FreeBuds 5 im Test – Luxus-Sound zu Normal-Preis

    Beeindruckend fällt für das Open-Fit-Design die aktive Geräuschunterdrückung aus, um die sich drei Mikrofone gemeinsam mit einem Deep-Neutral-Network-Algorithmus kümmern. Das fällt bei Musik, aber noch mehr bei Telefonaten auf: Laute, einmalige Geräusche wie ein Knall oder eine Bohrmaschine hört man natürlich durch, murmeldnde Stimmen im Hintergrund oder das Maus-Geklicke im Büro werden aber fast vollständig ausgeblendet. Das schaffen die Kopfhörer sehr gut – wem es aber vor allem auf Stille ankommt, der sollte besser zu Buds mit Silikonstöpseln oder noch besser Over-Ear-Kopfhörern greifen. Wie gewohnt lässt sich auch bei den Huawei FreeBuds 5 das ANC in verschieden starken Stufen zu- oder abschalten.

    Stark verbessert hat sich trotz der neuen Qualitäten die Akkulaufzeit. Der Akku der einzelnen Buds misst 42 Milliamperestunden (mAh), jener des auch kabellos aufladbaren Lade-Behälters 505 mAh. Bei ANC auf höchster Stufe in recht hoher Lautstärke kommt man auf 2,5 Stunden Laufzeit, ohne ANC in mittlerer Lautstärke auf vier und in Verbindung mit dem Lade-Behälter auf bis zu 30 Stunden mit einer Ladung. Geladen wird per Turbo: in weniger als 20 Minuten sind die Buds wieder voll, in fünf Minuten reicht es für 1,5 bis zwei Stunden Wiedergabe. Die Huawei FreeBuds 5 reichen im Test verdammt nah an das Flaggschiff FreeBuds Pro 2 heran, erreichen es aber nicht ganz. Aber: Sie bringen Luxus-Sound zum Normal-Preis.

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