Die deutsche Nationalmannschaft steckt nach dem Aus im Sechzehntelfinale der WM 2026 tief in der Krise. Die 4:5-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay hat die Debatte über die Zukunft des DFB-Teams neu entfacht. Ex-Weltmeister Mats Hummels fordert nun deutliche Konsequenzen.
Bei MagentaTV sagte der 37-Jährige: "Auf der verantwortlichen Seite schreit es schon irgendwie nach Konsequenzen. Das kann ich nicht anders sagen. Wir hatten jetzt die Heim-EM, Heim-Nations-League und das Turnier hier. Die Heim-EM wird mir im Nachhinein sportlich, von den Leistungen her immer noch zu gut geredet."
Sowohl Bundestrainer Julian Nagelsmann als auch der DFB müssten Gespräche über die Zukunft führen.
Hummels weiter: "Die beiden anderen Turniere waren jeweils enttäuschend. Deswegen muss das ein Thema sein. Sowohl vom Bundestrainer selbst aus, als auch vom Verband. Zumindest muss es Gespräche darüber geben, das kann nicht anders sein. Dafür ist Fußball zu sehr Leistungssport."
Und: "Es für mich kein Zufall, dass eben seit der EM 2016 kein einziges starkes Turnier mehr von Deutschland dabei ist. Das fängt in erster Linie mit den Spielern an, weil wir hatten verschiedene Trainer dazwischen. Und da erwarte ich auch von einigen, dass sie selber sagen, ich mache nicht mehr weiter. Aber ich erwarte auch, dass der aktuelle oder dann eventuell neue Bundestrainer auch ein paar harte Entscheidungen trifft."
Auch den Spielern stellt Hummels kein gutes Zeugnis aus. Er könne sich vorstellen, dass einige Teamstützen ihre Karriere im Nationalteam selbst beenden. Zudem müsse man sich laut Hummels überlegen, ob Spieler, die bereits mehrere Turniere ohne Erfolg absolviert hätten, weiterhin das Gerüst der Mannschaft bilden sollten – selbst wenn sie erst Anfang 30 sind.
Unterstützung erhielt Hummels von TV-Experte Jürgen Klopp. Der frühere Liverpool-Coach stimmte der Analyse zu und meinte: "Mats hat recht. Wir reden über ein Jahrzehnt." Die Kritik am DFB nach dem nächsten WM-Desaster wird damit immer lauter.