Wer einen fabriksneuen Hummer will, sollte sich beeilen. Denn General Motors hat die Produktion des Straßenungeheuers wegen Unrentabilität eingestellt. Die Marke wird nach China verkauft, der Deal befindet sich in seiner finalen Phase.
Diese Woche ging ein Stück Autogeschichte zu Ende. Der krisengebeutelte US-Konzern General Motors beendet die Fertigung von zivilen Hummern; der militärische Vorfahre HumVee wird jedoch weiterhin für die US-Armee produziert.
Mögliche Produktion in China
Das chinesische Unternehmen Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery will die Marke aber nicht in "Hummer-Chips" zerlegen: Nicht nur die Marken- und Namensrechte an Hummer werden übernommen, sondern auch die Produktionsstätten und die Verträge des Vertriebsnetzwerks. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart, allerdings müssen noch die chinesischen und amerikanischen Behörden grünes Licht für den Verkauf geben.
Im Vorjahr setzte GM nur noch 15.000 Hummer ab. Im Zuge der Finanzkrise und einem stärkeren Umweltbewusstsein der Autokäufer wurde es zunehmend schwieriger, einen Koloss an den Mann zu bringen, der dreißig Liter Sprit auf 100 Kilometer benötigt.
Kein Hummer ohne Arnie
Die Geschichte des zivilen Hummers begann 1992, als der damalige Action-Star und heutige kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger einen Militär-Humvee als Straßenfahrzeug nutzen wollte. Er war so begeistert vom ersten zivilen Modell, dass er gleich acht Stück orderte. Seitdem entwickelte sich der Hummer drei Generationen lang zum Kultfahrzeug, das wie kaum ein anderes polarisierte.
Für Ari Fleischer, Pressesprecher des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush, war der Hummer etwa das Symbol "unseres Gott-gesegneten American way of life". Der prominente US-Umweltaktivist und dreimalige Präsidentschaftskandidat Ralph Nader hingegen bezeichnete den Spritfresser als das "Symbol amerikanischer Arroganz schlechthin".