Hunderte feiern trotz Verbots bei Faschingsumzug

In Einsiedeln fand trotz Verbots ein Faschingsumzug statt (Symbolbild).
In Einsiedeln fand trotz Verbots ein Faschingsumzug statt (Symbolbild).Sebastian Gollnow / dpa / picturedesk.com
Am Montagmorgen hat ein Faschingsumzug in Einsiedeln (Schweiz) stattgefunden, den viele Zuschauer vom Straßenrand aus mitverfolgt haben.

In Österreich fallen alle Faschingsfeiern wegen Corona aus. Auch in Deutschland ist der Karneval abgesagt und die Fasnacht in der Schweiz fällt der Pandemie zum Opfer. In Einsiedeln hat am Montagmorgen dennoch ein Umzug stattgefunden. Hunderte Besucher sahen am Straßenrand zu. "Wir sind vor Ort und versuchen, die Leute zu sensibilisieren", heißt es bei der Polizei. 

Auf der Webseite des Bezirkes Einsiedeln wird bereits auf der Homepage darauf hingewiesen: "Veranstaltungen – grundsätzlich verboten." Klickt man dort drauf, gelangt man zu diesem Hinweis, in roten Buchstaben verfasst: "Fasnacht – abgesagt."

In Einsiedeln gibt's aber offensichtlich dennoch Fasnacht: Ein News-Scout hat "20 Minuten" am Montagmorgen darauf aufmerksam gemacht, dass dort ein Umzug stattfindet. "Etwa gegen 9.30 Uhr zog der Umzug durchs Zentrum, als gebe es Covid nicht." Auf Bildern ist zu sehen, dass die Zuschauer dicht an dicht gedrängt das Geschehen auf der Straße verfolgen.

"Keine Masken und Alkohol"

Ein anderer News-Scout aus Zürich wollte in Einsiedeln am Montagmorgen in der Sonne gerade ein bisschen spazieren gehen. "Doch als ich diese Menschenansammlung sah, bin ich gleich wieder in den Zug gestiegen", sagt er. Die Hälfte der Zuschauer dieses Umzuges haben keine Maske getragen, es sei Alkohol geflossen.

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"Die Polizei war zwar präsent, aber sie ist nicht eingeschritten." Es habe hunderte Zuschauer gehabt. Im ersten Moment dachte ich: "Die ganze Schweiz leidet unter Corona, und die foutieren sich hier darum, das ist denen egal. Eine solche Veranstaltung finde ich sehr unsolidarisch. Ich bin sehr enttäuscht."

Beim Umzug soll es sich um den sogenannten Sühudiumzug handeln. Bereits am Montagnachmittag soll ein weiterer Umzug in Einsiedeln stattfinden, sagte ein News-Scout zu "20 Minuten".

Kein organisierter Umzug

Bei der Kantonspolizei Schwyz hieß es, es handle sich nicht um einen organisierten Umzug, einen Veranstalter gebe es nicht. "Wir sind seit Montagmorgen vor Ort und versuchen, die Leute zu sensibilisieren. Aber das ist eine große Herausforderung. Wir werden auch den ganzen Tag über präsent bleiben und Einfluss nehmen." Eine Schätzung über die Anzahl Personen vor Ort werde noch keine veröffentlicht.

Bei den Behörden in Einsiedeln war zunächst keine Stellungnahme erhältlich. Ruft man auf der Hauptnummer an, tönt es am Band: "Am Montag und am Dienstag bleibt die Verwaltung aufgrund der Fasnachtstage geschlossen."

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