Der ukrainische Turnverband UGF reagiert mit einer groß angelegten Protestkampagne auf die Wiederzulassung der Flagge und Hymne Russlands bei internationalen Wettkämpfen. Während der Europameisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik im bulgarischen Warna bedecken in diesen Tagen ukrainische Sportlerinnen ihre Ohren und Augen, wenn die Nationalhymne von Russland oder Belarus bei einer Siegerehrung gespielt wird. Zudem bittet die UGF um weltweite Teilnahme im digitalen Bereich.
"Wir rufen alle nationalen und internationalen Sportverbände weltweit – unabhängig von der Sportart – sowie Athletinnen und Athleten, Trainerinnen und Trainer und Fans dazu auf, sich dieser Solidaritätsbewegung anzuschließen", heißt es in einem Statement des Verbands am Freitag.
Unter den Hashtags #CloseYourEyesAndEars und #RememberUkraine sollen demnach Bilder oder Videos in den sozialen Medien geteilt werden, auf denen Userinnen und User dem Vorbild der Sportlerinnen in Warna folgen. Die Aktion sei "dem Gedenken an die Opfer und den Tränen der Ukrainer gewidmet".
Die Turnerinnen Sofia Krainska und Warwara Tschubarowa setzten in dieser Woche entsprechende Zeichen auf internationaler Bühne in Warna. Bei Siegerehrungen der Wettkämpfe der Juniorinnen setzten sie sich Kopfhörer auf und hielten sich die Hände vor das Gesicht, als russische und belarussische Konkurrentinnen geehrt wurden.
Zu Beginn der vergangenen Woche hatte der Turn-Weltverband World Gymnastics die Sanktionen gegen Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus aufgehoben. Sie dürfen damit trotz des anhaltenden Angriffskrieges gegen die Ukraine wieder mit ihrer jeweiligen Nationalflagge und Nationalhymne antreten. Die Entscheidung gilt für Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Trampolinturnen, Sportakrobatik und Sportaerobic.