Als Eltern stellt man immer wieder erstaunt fest, wie schwer sich Kinder bisweilen damit tun, etwas zu müssen, wonach ihnen gerade nicht der Sinn steht. In die Schule gehen zum Beispiel. Oder Haare waschen.
Vormals selbstverständliche Aufgaben und Pflichten, die man selbst in jungen Jahren nie lautstark hinterfragt hätte, "weil es eben so ist", werden von der Jugend nun beinahe lustvoll zerpflückt. Wozu soll ich das lernen? Das brauche ich doch nie wieder im Leben, Mama. Später, jetzt nicht, ich mach das morgen. Aufräumen, nicht zu spät schlafen gehen, den Computer abdrehen, das Handy weglegen – wirklich alles muss ausverhandelt werden.
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Die Sinnsuche im Alltäglichen ist Teil der Pubertät. Es ist der Job des Teenagers, Nein zu sagen und sich querzustellen. Anstrengend, aber Part of the Game. Das Lustprinzip regiert die Welt, das spüren auch Erwachsene mehr als früher. Wie im Song "Ich muss gar nix" von Großstadtgeflüster möchte sich jeder gerne mal von den Zwängen des täglichen Lebens befreien. Keinen BH tragen, kein Abendessen kochen, nicht immer lieb sein und in allen Bereichen performen. Einmal nichts müssen, zumindest bis die Kinder heimkommen und man wieder ein Vorbild sein - ja – muss.