Illegale Schule von Corona-Leugnern – Behörden machtlos

Bei 7.500 Schulabmeldungen dürfte auch die Zahl der illegalen Lerngruppen in die Höhe schnellen.
Bei 7.500 Schulabmeldungen dürfte auch die Zahl der illegalen Lerngruppen in die Höhe schnellen.HANS PUNZ / APA / picturedesk.com
Die Stadt Villach will eine unerlaubte Privatschule aufgedeckt haben. Doch weil eine Frau den Zutritt verwehrt, ist man machtlos.

Die Zahlen sind alarmierend: Normalerweise hat man pro Jahr etwas über 2.000 Abmeldungen vom Schulunterricht, dieses Jahr sind es 7.500. Offizielle Gründe dafür gibt es nicht, diese müssen bei der Abmeldungen nicht angegeben werden. Dass diese hohe Zahl während der Corona-Pandemie bei Test- und teilweise Maskenpflicht etwas damit zu tun hat, liegt aber auf der Hand.

Eltern müssen ihre Kinder selbst zu Hause unterrichten, beziehungsweise einen Privatlehrer engagieren, am Ende des Schuljahres muss das Kind eine Prüfung über den Jahresstoff ablegen. Lerngruppen sind hingegen nicht erlaubt, sie fallen unter das Privatschulgesetz. Genau so eine "Privatschule" von Maßnahmen-Gegnern soll nun in Villach (Kärnten) aufgeflogen sein.

Schattenschule?

Wie "kärnten.orf.at" berichtet, gab es laut Magistrat zum Schulstart vermehrt Hinweise aus der Bevölkerung, dass in einem aufgelassenen Geschäftslokal womöglich Schulbetrieb herrscht. "Bürger haben uns darauf hingewiesen, dass sich in einem aufgelassenen Geschäftsbereich jetzt immer Kinder tummeln. Dem sind wir nachgegangen", erzählt der stellvertretende Villacher Magistratsdirektor Alfred Winkler dem "ORF".

Man wähnte sich auf einer heißen Spur, Behördenmitarbeiter entdeckten Vormittags, also während der Schulzeit, Garderoben für Kinder, Schulsachen und Kinderschuhe. "Als wir angekommen sind, war dort eine Dame, die gerade Lernbehelfe für Bruchrechnen ausgeteilt hat. Wir sind dort in Polizeibegleitung aufgetaucht, uns wurde aber sofort der Zutritt verweigert. Sie hat sich in die Türe gestellt, was dazu geführt hat, dass ein Vorbeikommen nicht mehr möglich war."

Unverrichteter Dinge musste man abziehen. Befürchtet wird, dass die Betreiber nun auf einen anderen Standort ausweichen. Wieder hofft man auf Hinweise aus der Bevölkerung. "Wir werden versuchen, herauszubekommen, wo sich dieser andere Ort im Stadtgebiet befinden wird", so Winkler.

Anzeige nach Bauordnung

Auch wenn vieles darauf hindeutet, dass es sich um eine "Schattenschule" handelt, könne man keinen endgültigen Hinweis erbringen. Schließlich könnten die Kinder auch nur bei jemandem zu Besuch gewesen sein. "Die Frage ist, ob das für ein Verwaltungsstrafverfahren reicht", zeigt sich Winkler geschlagen.

Als letzten Ast, an den man sich klammert, soll eine Anzeige nach der Kärntner Bauordnung dienen. Denn die Räumlichkeiten sind, wie gesagt, Geschäftszwecken gewidmet. "Da haben wir, denke ich, die besseren Karten."

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