Immer öfter versuchen Betrüger, mit gefälschten Profilen auf sozialen Medien an Geld zu kommen. Schon 2019 hat eine Grazerin Geld an ein falsches Profil des damaligen Grazer Bürgermeisters Siegfried Nagl (ÖVP) verloren. Aber nicht nur Nagl war betroffen – auch von der jetzigen Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) oder dem ehemaligen SPÖ-Politiker Michael Schickhofer gab es bereits Fake-Nachrichten und -Profile. Wie orf.at berichtet, tauchen solche gefälschten Accounts immer wieder auf.
Seit Kurzem kursiert sogar ein gefälschtes Zeitungsinterview zwischen Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und FPÖ-Chef Herbert Kickl. Erst im Mai hat ein gefälschtes ZiB-Interview zwischen ORF-Moderator Armin Wolf und dem deutschen Pandemie-Experten Christian Drosten für Aufregung gesorgt.
Derzeit trifft es den Grazer Politiker Kurt Hohensinner. Von ihm ist ein Fake-Profil im Umlauf, mit dem für ein angebliches Investment-Tool geworben wird. Hohensinner warnt davor, auf solche Betrüger hereinzufallen.
Nicht nur Prominente sind betroffen. Laut Bettina Schrittwieser von der Arbeiterkammer Steiermark werden immer öfter auch Profile von ganz normalen Steirerinnen und Steirern gefälscht. "Natürlich ist es so, dass über die sogenannten sozialen Medien natürlich viele Daten bekannt sind. Und vor allem bei diversen Gruppen, an denen man teilnimmt, ist es leicht, die Telefonnummern und die Kontakte zu erhalten und sich dann als eine Person auszugeben. Es scheint so zu sein, dass sich die immer wieder mal auf ein bestimmtes Gebiet konzentrieren und halt versuchen, das abzugrasen."
Die Arbeiterkammer rät dringend davon ab, auf solche Nachrichten zu antworten. Durch Künstliche Intelligenz werden die Betrüger immer geschickter, und es wird immer schwieriger, echte von gefälschten Nachrichten zu unterscheiden.
Schrittwieser sagt dazu: "Also keinesfalls raten wir dazu, auf dieselbe Art zu antworten, über die das Angebot gekommen ist, sondern man sollte, wenn man jetzt ein E-Mail bekommt oder in einer WhatsApp-Gruppe etwas bekommt, auf jeden Fall versuchen, mit dem Menschen persönlich zu sprechen und über eine bekannte Telefonnummer anrufen und fragen, ob das tatsächlich das Angebot dieses Menschen ist." Laut Polizei werden diese Betrügereien meist nur angezeigt, wenn wirklich jemand zu Schaden gekommen ist. Oft bleibt es aber beim Versuch.