Wasserpfeifen werden immer mehr zum Problem bei jungen Österreichern. Das bestätigen Ärzte, Eltern, Lehrer und Trafikanten. Schon Zwölfjährige rauchen mittlerweile Shishas, sagt Kinderprimar und Suchtexperte Josef Riedler.
In der Runde sitzen und mit der Wasserpfeife Dämpfe mit Mango-, Cola- oder Apfelgeschmack inhalieren - Shisharauchen ist schon seit einigen Jahren eine beliebte Freizeitbeschäftigung von Jugendlichen. Aber: Die Raucher immer jünger, bestätigt auch Karl Schlager, stv. Trafikantensprecher in der Wirtschaftskammer.
"Man hört das immer mehr und ich bin selbst durch meine 14-jährige Tochter darauf gestoßen, wie in das im Moment ist - besonders die neuen Shishas ohne Nikotin. Und das betrifft vor allem die 13- bis 14-Jährigen", sagt Schlager.
Kräuter genauso schädlich wie Tabak
Shisha-Tabak mit Nikotin unterliegt dem Jugendschutz, Shisha-Tabak ohne Nikotin jedoch nicht. Und das, obwohl die Inhaltsstoffe wie Kräuter oder synthetische Geschmacksverstärker genauso schädlich seien wie Tabak, warnt der Salzburger Lungenprimar Michael Studnicka. Allein bei der Verbrennung entstehen Giftstoffe wie Teer und Kohlenmonoxyd. Und der Schwarzacher Kinderprimar Josef Riedler setzt noch einen drauf, mit der Warnung vor giftigem Arsen, Chrom und Blei im Wasserpfeifen-Rauch.
Für Glycerin, das als Feuchthaltemittel dem Tabak hinzugefügt wird, wird vermutet, dass es beim Erhitzen unter Sauerstoffmangel zum hochgiftigen Propenal oxidiert. Gegen diese Annahme spricht jedoch die Tatsache, dass die Temperatur des Tabak im Kopf der Wasserpfeife wesentlich geringer ist als im Glutkegel einer glimmenden Zigarette.
Gesundheitsgefahr
Eine aktuelle Untersuchung des deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konnte erhebliche Mengen der Feuchthaltemittel Glycerin und Propylenglykol im Rauch von feuchtem Wasserpfeifentabak nachweisen und wies auf mögliche Gesundheitsgefahren hin. Da sich wassergekühlter Rauch leichter inhalieren lässt, kann er besonders für unerfahrene Raucher wie Kinder und Jugendliche gefährlich sein und die Shisha zum Einstiegsmittel in den Nikotinkonsum werden lassen.
Die Mehrheit der Schadstoffe wird zudem nur zu einem kleinen Teil vom Wasser zurückgehalten. Daneben lassen sich je nach Größe der Rauchsäule unterschiedliche Nikotin- und Kondensat-Rückstände in ihr finden, was von manchen Shisha-Rauchern als Ursache für das geringe Verlangen nach Tabakwaren nach dem Genuss einer Shisha gedeutet wird.
Die Tabakindustrie kreiert beständig neue und ungewöhnliche Geschmacksrichtungen, so gibt es mittlerweile Basilikum- und Bier-Tabak.
Lesen Sie weiter: Shisharauchen im OrientTraditionell wird das Shisharauchen zelebriert, sodass es als etwas Besonderes erscheint. So werden zu festlichen Anlässen oder an Tagen, an denen viele Freunde zusammenkommen, Shishas konsumiert. Um das Vergnügen noch zu steigern, werden während des Shisharauchens Speisen und Getränke eingenommen.
In den orientalischen Ländern wird zu Shisha oft Tee getrunken, vor allem, da der Tee den Geschmack im Mund etwas neutralisiert, um den Geschmack der Shisha bei jedem Zug erneut voll zu spüren. Auch, um das eben genannte Hungergefühl zu dämpfen, werden beim Shisharauchen häufig kleine Speisen wie Kekse, türkische Süßigkeiten oder gar vollwertige Mahlzeiten verzehrt. Außerdem wird die Shisha oft in bequemen Räumen auf Kissen oder Teppichen konsumiert, auch Liegen oder Matratzen sind beliebt, um sich anschließend noch zu entspannen oder zu schlafen.