Es ist eine Aktion, die in Italien für heftige Diskussionen sorgte: In einem Freibad im Südtiroler Salurn findet seit dieser Woche jeden Montag zwischen 18.30 und 19.30 Uhr eine Schwimmstunde speziell für muslimische Frauen statt – ohne Männer und Kinder. Dabei sind Burkinis erlaubt, eine Kopfbedeckung muss sogar sein.
Im Vorfeld hat der Pächter des Freibads, Luca Lechthaler, von einem Beitrag zu mehr Inklusion gesprochen, berichtete die Tageszeitung "Alto Adige". Anders sahen dies Politiker der rechten Regierungspartei Lega.
In der ORF-Nachrichtensendung "Südtirol heute" sagte der Lega-Beauftragte für Gemeinden in Südtirol Marco Caruso, dass bereits während der regulären Öffnungszeiten Frauen mit Burkini in dem Freibad schwimmen würden und ihnen dies nicht verboten werde. Wolle jedoch eine nicht muslimische Frau zur Schwimmstunde kommen, muss sie ihren Kopf bedecken, so die Kritik des Politikers.
Der Bürgermeister des Orts, Roland Lazzeri von der Südtiroler Volkspartei sieht in der Aktion hingegen kein Problem. Er verwies darauf, dass die Entscheidung beim Pächter liege. Die Gemeinde müsse dieser nicht um Erlaubnis fragen. Gewusst habe man von der Aktion jedenfalls vorerst nichts.
Auch die Südtiroler Freiheitlichen zeigten sich im Vorfeld wenig begeistert. Die Partei sprach von der Förderung eines Frauenbildes, das auf Unterdrückung, Verschleierung und Zwang beruhe.