In Wien leben immer weniger Katholiken

In Wien lebten im vergangenen Jahr 1.156.923 Katholiken. Die Zahl der Kirchenaustritte stieg um über 10 Prozent.
Der Trend ist eindeutig: Waren es Ende 2018 noch 5,05 Millionen Katholiken, die in Österreich lebten, sank die Anzahl im Vorjahr auf nur mehr 4,98 Millionen. Das entspricht einem Rückgang von 1,35 Prozent.

Überdurchschnittlich viele Kirchenaustritte



Insgesamt traten 67.583 Personen aus der katholischen Kirche aus, 2018 waren es laut amtlicher Statistik 58.807. Als Gründe für die hohen Austrittszahlen werden die Kontroverse um die Diözese Gurk-Klagenfurt ("Heute.at" hat berichtet) oder das Wiederaufflammen der Missbrauchsdebatte genannt.

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Wien: 100 katholische Kindergärten



"Die wenigen negativen Schlagzeilen überdecken zu oft das viele Gute, das getan wird", beklagt der Sprecher der Erzdiözese Wien, Michael Prüller. Auch die Bundeshauptstadt beklagt einen "Schäflein"-Schwund. Im Vorjahr waren es 19.198 Personen, die aus der katholischen Kirche austraten (2018: 17.367). Das schlechteste Jahr bezüglich der Austritte war 2010, als es 25.314 Austritte gab.



Dennoch war nicht alle schlecht, sagt die Kirche: "Wir haben auch 2019 wieder Zuwächse bei den Schulen, und wir werden demnächst in Wien unseren 100. Kindergarten eröffnen. Die Caritas der Erzdiözese Wien boomt als Drehscheibe für Ehrenamtlichenarbeit. In unserer zentralen Kompetenz, den Menschen Nahrung für die Seele zu geben, müssen wir unseren Einsatz aber noch mehr zur Geltung bringen", zeigt sich Prüller überzeugt.

Einnahmen aus Kirchenbeiträgen gestiegen



Die Zahl der Kirchenaustritte ist 2019 österreichweit gegenüber dem Vorjahr um 14,9 Prozent gestiegen. Die Diözesen melden für 2019 allerdings unterschiedlich starke Anstiege (siehe Statistik). So hat der Verdacht der Untreue rund um ihren ehemaligen Bischof, Alois Schwarz, hat der Diözese Gurk-Klagenfurt offensichtlich einen Anstieg von rund 63,9 Prozent beschert. Den geringsten Anstieg bei den Austritten verzeichnet hingegen die Diözese Feldkirch mit 4,5 Prozent.

Interessant ist noch, dass es trotz des überdurchschnittlich starken Anstieges bei Kirchenaustritten, die Kirchenbeitragseinnahmen auf 474 Millionen Euro gestiegen sind.





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