Beim FIFA-Kongress in Kanada wollte sich Gianni Infantino einmal mehr groß in Szene setzen. Doch ein spezieller Wunsch des FIFA-Präsidenten wurde von den Behörden eiskalt abgeschmettert.
In Vancouver kommen am Donnerstag 211 Verbände zum großen FIFA-Treffen zusammen – ein wichtiger Termin vor der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Für Infantino ist das Event auch eine Bühne: Er preist das Turnier als "größten und inklusivsten" Bewerb aller Zeiten und könnte bald seine nächste Kandidatur für 2027 ankündigen.
Doch rund um den Kongress sorgte nicht nur der Fußball für Gesprächsstoff. Hinter den Kulissen wurde für Infantino eine Behandlung angefragt, die normalerweise Staatsoberhäuptern vorbehalten ist – inklusive Eskorte, Straßensperren und eigener Fahrzeugkolonne. Infantino wollte mit einer Polizeieskorte herumchauffiert werden.
Die Antwort der Polizei fiel eindeutig aus. "Formelle Fahrzeugkonvois mit Verkehrssperrungen sind Staatsoberhäuptern vorbehalten", stellte Vizepräsident Don Chapman klar und erteilte dem Anliegen eine klare Absage.
Die FIFA reagierte prompt und distanzierte ihren Präsidenten von der Anfrage. "Der FIFA-Präsident war sich keiner Anfrage an die Behörden bezüglich seines Transports und Sicherheitsfragen für den 76. FIFA-Kongress bewusst oder daran beteiligt", hieß es.
Infantino polarisiert schon länger. Immer wieder steht er wegen politischer Aussagen in der Kritik – etwa wegen seiner Nähe zu Donald Trump, dem er sogar einen eigenen FIFA-Friedenspreis überreichte. Kritiker sehen darin ein Verhalten, das eher an einen Politiker als an einen Sportfunktionär erinnert.
Auch bei der kommenden WM dürfte es keine Sonderrechte geben. Laut Polizei in Toronto sind für VIPs keine Eskorten vorgesehen.
Abseits davon könnte ein anderes Thema für Diskussionen sorgen: die Teilnahme des Iran. Infantino stellte zuletzt klar, das Land solle "auf jeden Fall" dabei sein. US-Außenminister Marco Rubio sieht mögliche Probleme jedoch woanders und erklärte: "Das Problem mit dem Iran wären nicht die Sportler. Es wären einige der anderen Leute, die sie mitbringen wollen."