Sturm Graz kassierte in Hütteldorf die erste Niederlage seit sechseinhalb Monaten. Für Trainer Fabio Ingolitsch war allerdings nicht die Leistung des Tabellenführers der entscheidende Faktor, sondern die Fehler seiner eigenen Mannschaft.
"Wir haben heute nicht wegen Rapid Wien verloren, auch wenn die eine sehr ordentliche Leistung gebracht haben, sondern wegen uns selbst, weil wir brutale Eigenfehler fabriziert haben. Wir haben uns heute selber gekillt", wütete der Trainer der Steirer nach der Partie gegenüber "Sky".
Tatsächlich half Sturm bei den Rapid-Toren kräftig mit. Schon nach wenigen Minuten verursachte Jürgen Heil den Elfmeter, den Yusuf Demir zur Führung verwertete. Zwar antwortete Belmin Beganovic nur wenig später mit dem 1:1, doch der nächste schwere Patzer folgte prompt.
Jacob Hödl verlor unmittelbar vor dem eigenen Strafraum den Ball, Marco Tilio bestrafte den Fehler mit dem 2:1. Peter Nosa Dahl sorgte kurz vor Schluss für die Entscheidung.
Genau diese Szenen brachten Ingolitsch auf die Palme. "Mit kapitalen Eigenfehlern, die natürlich richtig wehtun. Wir haben es über weite Teile des Spiels geschafft, dass wir Rapid nicht in das Spiel kommen lassen. Sie haben heute überproportional viele lange Bälle gespielt, was eigentlich überhaupt nicht ihr Style ist."
Doch nicht nur seine eigene Mannschaft bekam ihr Fett weg. Ingolitsch war auch mit der Entscheidung vor Rapids frühem Führungstreffer überhaupt nicht einverstanden.
"Für mich ist es Wahnsinn, das habe ich dem Stefan Ebner auch schon gesagt: Bei so einem Kontakt in der dritten Minute bei so einem Spiel einen Elfmeter zu geben, ist für mich äußerst fragwürdig und für mich ganz klar kein Elfmeter." Für zusätzlichen Ärger sorgte die technische Situation rund um den VAR. Die Überprüfung des Elfmeters zog sich minutenlang hin.
"Das ist für mich das Sahnehäubchen. Vor dem Spiel kommen die Schiedsrichter zu uns und sagen, dass sie keine direkte Verbindung zum VAR haben, sondern sie müssen mit dem Telefon über Headset versuchen, die Dinge zu klären. Dann dauert das gefühlt sieben Minuten, bis eine Entscheidung getroffen wird. Der 4. Offizielle weiß gar nicht richtig, was gecheckt wird."
Am Ende blieb die Entscheidung bestehen – und Rapid feierte mit dem 3:1 den vierten Sieg im vierten Bundesliga-Spiel. Sturm musste hingegen erstmals seit sechseinhalb Monaten wieder als Verlierer vom Platz.