Instagram-Beauty beklagt Serbien-Bashing wegen Corona

Tatjana Basevic (25) hat mit ihrer Tirade über Vorurteile einen Nerv getroffen. Sie wirft Medien und Politik ein "Serbien-Bashing" vor.

"Ich würde gerne wieder über Haare und Make-up reden. Aber leider kann ich nicht, weil gewisse Dinge machen mich so sauer, dass ich das Profil nur auf diese Weise nutzen kann", sagt die an Corona erkrankte Schweiz-Serbin Tatjana Basevic (25) in einem Instagram-Video, das innerhalb von 24 Stunden über 65.000 Mal angeschaut und tausendfach geteilt wurde.

Danach setzt die Ex-Miss-Schweiz-Kandidatin und Produzentin einer Modelcasting-Show in Serbien zu einem fünfminütigen Monolog an, in dem sie sich über die Art und Weise beschwert, wie die Medien über die Corona-Party von Novak Djokovic und die Gefahr von "importierten" Corona-Fällen aus Serbien berichtet haben. Ihre Botschaft: Das "Serbien-Bashing" sei Ausdruck von Rassismus gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund vom Balkan (siehe Video oben).

"Serbien wird mit Corona gleichgesetzt, dabei geht es um eine weltweite Pandemie", so Basevic in ihrem Video. Politiker in Österreich und der Schweiz hatten zuvor vor Reisen an den Balkan gewarnt – und für die Art ihrer Kommunikation Kritik geerntet. Integrationsministerin Susanne Raab etwa warnte auf Twitter (s.u.) explizit Menschen mit Migrationshintergrund, die Reisewarnung des Außenministeriums ernstzunehmen. Andere User warfen ihr daraufhin vor, mit ihrer Formulierung eher für eine Spaltung der Bevölkerung, als für Integration zu sorgen.

Miss selbst an Corona erkrankt

Basevic bestreitet nicht, dass es in Serbien einen Corona-Ausbruch gibt – schließlich habe auch sie selbst schon das Virus erwischt. "Gerade in kleineren Orten ist es prekär, da das Gesundheitswesen teils überfordert ist", führt sie aus. "Es ist aber falsch, jetzt mit dem Finger auf Leute zu zeigen, nur weil sie an einer Party teilgenommen haben."

Dass sie und weitere Schweizerinnen mit Migrationshintergrund empfindlich reagierten, hänge mit persönlichen Erfahrungen zusammen. "Ich bin weder schwarz noch muslimischen Glaubens, und trotzdem habe ich in der Schweiz wegen meines Namens mit Rassismus und Vorurteilen leben müssen, etwa bei der Wohnungssuche. Auch bei der Miss-Schweiz-Wahl hatte ich als 'Secondo' einen Nachteil. Wer nie in dieser Haut steckte, kann das gar nicht nachvollziehen."

Wenn sie ihre Eltern oder ihren Bruder besucht, muss Tatjana Basevic nun für zehn Tage in Quarantäne. "Es ist klar, dass es nicht anders geht. Ich werde mich natürlich daran halten", sagt sie.

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